Podcast: Ein Streitgespräch führen - Darauf solltest du achten

liebevoll verfasst von 
Florian
veröffentlicht am 7. Dezember 2020 in der Kategorie 
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Richtig streiten? So geht´s!

Wie streitet man eigentlich richtig?

Es ist ganz normal, dass in einer Beziehung mal Konflikte entstehen, weil man zu einem Thema verschiedene Ansichten hat. Sich mit seinem Partner zu streiten ist nie angenehm, aber Meinungsverschiedenheiten gehören leider dazu. Man kann nicht immer einer Ansicht sein, denn jeder Mensch ist unterschiedlich.

In diesem Video möchten wir dir erklären, wie man einen Streit auch in einer sinnvollen Kommunikation austragen kann, ohne dass die Situation ausartet. Konflikte neigen ja oft dazu, dass sich Emotionen schnell hochschaukeln und der Streit ausartet.

Doch achtet man auf bestimmte Punkte, kann man ein Streitgespräch auch sinnvoll und in Ruhe austragen. Wir reden heute zum Beispiel darüber, wie wichtig es ist, richtig zuzuhören, auch sich selbst zu reflektieren und auf Augenhöhe miteinander zu reden.

Wenn dich unsere Reihe „Konflikt lösen“ interessiert, hör dir gerne in unsere vorherigen Podcast-Folgen an. Unter anderem haben wir erklärt, welche Konfliktthemen typisch in Beziehungen sind - Hör gerne mal rein 🙂

Unterhalb findet ihr das Transkript dieser Folge.

Hallo und herzlich Willkommen zum nächsten Podcast der Lebensidealisten. Ich bin Ina, ich bin Florian und in diesem Podcast möchten wir euch einige positive Impulse zum Thema „Streitgespräch“ mitgeben. 

Man kann eigentlich ganz grundsätzlich sagen, dass sich Themen immer über die Zeit entwickelt haben und es eine tieferliegende Ursache gab oder man an den Punkt zurückgehen muss, wo es mal gut war und da die Ursache lösen, damit das eigene Streitverhalten sich nachhaltig verändern kann. Doch diese nachhaltige Veränderungen und den Punkt zu finden „wo war es mal gut“, das zu lösen und so weiter, das ist halt ein Prozess, den man mit Coaches durchlaufen kann, den man vielleicht auch mit Online-Programmen durchlaufen kann, wie auch immer. Auf jeden Fall ist das nichts, was sich von heute auf Morgen verändern kann. 

Von daher haben wir uns Gedanken gemacht: Was sind Impulse, die ihr direkt umsetzen könnt und vielleicht dadurch euer Streitgespräch, eure Konflikte sofort auf eine andere Stufe bringen könnt, sie ein bisschen angenehmer vielleicht machen und die Streitgespräche nicht mehr so verletzend werden, wie es vielleicht jetzt der Fall ist? Also das wir vielleicht schon mal schauen, dass die Eskalationsstufe ein Stück reduziert wird. Also ein paar ganz praktische Tools. Vielleicht kennt ihr sie auch alle schon und erkennt einzelne und nimmt ein bis zwei Impulse mit raus oder habt sie schon probiert. Aber ich denke für viele ist das dennoch sehr hilfreich, dass mal so sich komplett abzunehmen. 

Streitgespräch verbessern durch gezieltes Zuhören und Verstehen

Genau, fangen wir gleich mit dem ersten an: Zuhören und Verstehen. Zuhören und verstehen klingt so einfach. Sich die Meinung des Partners wirklich anzuhören und das auszuhalten, ganz bewusst, ohne zu unterbrechen. Sich mal die Frage zu stellen: Wie fühlt sich mein Partner oder meine Partnerin in der Situation und warum ist gerade die Emotion da? Also den Blickwinkel einmal zu ändern und dann habe ich häufig auch selber ein anderes Gefühl zu dem Konflikt. Wenn ich die Absicht von dem anderen dahinter erkennen kann oder das Gefühl dazu sehen kann, dann komme ich erst in die Modus, dass ich zuhören, annehmen und verstehen kann. Also annehmen kann, warum derjenige vielleicht jetzt gerade so aufgewühlt ist. 

Dazu gehört hier ganz klar die Voraussetzung, dass jeder in positiver Absicht handelt und sei es für sich selbst. Das erste Mal als Grundlage zu sehen, auch wenn der Partner gerade auf einen zugeht und es kommt bei mir als Vorwurf an, vielleicht kurz innezuhalten und zu sagen: „Mensch, was ist gerade die positive Absicht, was ist sein Bedürfnis? Welches Gefühl habe ich ausgelöst?“ Also vielleicht macht das bei mir gerade ein ungutes Gefühl, weil mein Partner auf mich zugeht und bei mir was als Vorwurf ankommt. Aber habe ich ihn vielleicht zuerst verletzt, also habe ich vielleicht mit meinem Verhalten vorher bei ihm etwas ausgelöst? Also zuhören und verstehen, sich Gedanken machen.

Konflikte verstehen durch Selbstreflexion

Wo wir eigentlich auch schon beim zweiten Punkt gelandet sind, nämlich bei der Selbstreflexion. Also das eigene Verhalten einmal zu reflektieren und zu überlegen, warum sich der Partner in der Situation schlecht behandelt gefühlt hat. Da wieder auch den Blickwinkel zu wechseln und zu sagen: „Okay, was habe ich eigentlich gemacht und warum hab ich das gemacht und warum könnte sich jetzt der andere mit meinem Verhalten schlecht fühlen, obwohl ich ja die positive Absicht hatte?“ 

Das ist nämlich immer genau der Hintergrund: Ich handle in einer positiven Absicht, dennoch kann das bei anderen auf der Gefühlsebene negative Auswirkungen machen. Und sich da hineinzuversetzen, mal den Blickwinkel / den Standpunkt des Partners einzunehmen und zu überlegen: Gibt es auch eine Möglichkeit, dass mein positives Verhalten auch bei mir ein negatives Gefühl machen könnte? Und vielleicht kannst du dass dadurch ein bisschen besser nachvollziehen, wie sich dein Partner in der Situation fühlt. Ansonsten sind wir bei dem Punkt eins: Zuhören und verstehen. Höre deinem Partner zu und wenn er mitteilt, welches Gefühl, dass bei ihm auslöst, dann kannst du im Regelfall darauf vertrauen, dass das so ist, auch wenn es bei dir nicht so wäre und du das gut meintest. Bei deinem Partner hat es aber dieses Gefühl gemacht. Da vielleicht auch ein bisschen abzuweichen und zu schauen: „Okay, nur weil ich das nicht so fühle, kann es ja trotzdem jemand anders so fühlen.“ Wir haben alle unterschiedliche Wahrnehmungen.

Vorwürfe durch Wünsche ersetzen, um harmonisch zu kommunizieren

Der nächste Punkt: Wünsche statt Vorwürfe. Das hast du vielleicht schon mal gehört, dass gesagt wird: „Wenn du etwas von deinem Partner möchtest oder so, formuliert es als Wnsch und nicht als Vorwurf.“ Also „ich wünsche mir von dir, das…“. 

Was steckt dahinter? Ich nehme dann die Ich-Perspektive ein, also ich spreche nur von mir selbst, ich spreche nicht allgemein. Also nicht „man muss doch“ sondern „ich“, also immer bei mich zu bleiben. Da fühlen sich viele Menschen einfach nicht angegriffen, weil die Person das ja von sich berichtet. Das ist schon so ein so ein kleiner Hebel, der in Konfliktsituationen und in Streitgesprächen schon viel ausmachen kann manchmal - Wenn die Komponente „Gefühl“ mit hinzukommt, dann vor allen Dingen. Wenn ich sage, das hat bei mir das Gefühl gemacht, dann kann man das Gefühl ja nicht absprechen. Wenn ich sag ich hab Bauchschmerzen, dann kann das sein, dass das bei dir keine Bauchschmerzen gemacht hat, aber du kannst mir ja meine Bauchschmerzen nicht absprechen. 

Aber auch Ich-Botschaften können natürlich schwierig sein, wenn die Ich-Botschaft dazu führt, dass ich sage wie ist das besser machen würde oder wie ich das richtiger mache oder wie ich sowieso alles besser mache, dann bringt auch die Ich-Botschaft nichts. Also das funktioniert natürlich nur dann, wenn ich auf der Gefühlsebene bleibe und sage: „Bei mir hat das Verhalten von dir das Gefühl gemacht und das fühlt sich nicht gut an.“ Und dass der andere das dann vielleicht sehen und anerkennen kann und man darauf eingeht. 

Also Ich-Botschaften funktionieren vor allen Dingen in Kombination mit Gefühlen und wenn man Raum lässt zur Antwort. Also wenn ich dann auch mal Luft hole und sage: „Okay, ich lass‘ das einfach mal wirken, was ich gesagt habe und lass dem anderen die Möglichkeit darauf zu antworten.“ Genau, also sein Gefühl stehen lassen und nicht anfangen zu rechtfertigen, sachliche Gründe zu suchen, zu interpretieren, sondern das Verhalten objektiv beschreiben, was bei mir das ungute Gefühl gemacht hat, das Ganze dann mit dem Gefühl untermauern und somit dann aufs Gefühl gehen. Und wenn keine Verletzung da ist, dann auch wirklich zu prüfen: Kann ich den Wunsch so aussprechen, ohne dass er als Vorwurf ankommt? Da sind wir wieder bei einem Thema, was wir auch im letzten Podcast hatten, dass man das innerlich einmal durchspielt. Also sich innerlich zu überprüfen: Wenn ich mir vorstelle, ich würde diesen Wunsch an meinen Partner richten und ich könnte mich dabei selbst beobachten, habe ich die Haltung und die Aussprache, dass das wirklich als Wunsch ankommt? Oder kommt das als Vorwurf an? Und auch nochmal zu prüfen: Habe ich vorher vielleicht mit meinem Verhalten schon mal meinen Partner verletzt, so dass das vielleicht bei dem ein Thema sein könnte? Und wenn ich dann den Wunsch aussprechen, dass der das aus seiner Verletztheit heraus nur noch als Vorwurf annehmen kann? 

Gespräch auf Augenhöhe führen, um Stress zu vermeiden

Damit kommen wir auch zum letzten Punkt: Gespräch auf Augenhöhe. Damit ist natürlich gemeint, man sollte in einem Streitgespräch nie den Respekt gegenüber dem Partner oder der Partnerin verlieren und vor allem nicht beleidigen. Das hatten wir in einem anderen Podcast ja auch schon einmal besprochen: Leider ist es gar nicht so selten der Fall, dass in der Kommunikation auch Beleidigungen einen Bestandteil sind. Also in Ruhe miteinander reden ist natürlich angenehmer, verhindert natürlich in dem Sinne auch die Eskalation. Beide fahren nicht so extrem hoch, wenn es ein ruhiges Gesprächslevel ist, wenn beide darauf bedacht sind auf Augenhöhe zu bleiben im Gespräch. 

Vielleicht ist es dann manchmal doch besser, das Gespräch ein paar Minuten, eine Stunde, zwei Stunden zu vertagen und zu sagen: „Lass‘ uns da mal in zwei, drei Stunden drauf schauen, ich merke gerade die Emotionen kochen bei mir hoch, ich komm mal ein bisschen runter und dann können wir da vielleicht wieder besser und im guten Miteinander sprechen und deutlich angenehmer das ganze gestalten, bevor man halt merkt dass das ganze hochkocht.“ Also wieder Selbstreflexion, habe ich die wertschätzende Haltung, die gebraucht wird. 

Absolut, da gibt es ja verschiedene Dinge. Also ich habe zum Beispiel ein Paar im Coaching gehabt, die haben das für sich vorher schon vereinbart, die haben immer den Samstag genommen und haben am Samstag einen Reflektionsspaziergang gemacht, also sind dann gemeinsam spazieren gegangen und haben für sich als Paar die Woche reflektiert und geschaut, wo sind ungute Gefühle entstanden, wo war ein Verhalten, das vielleicht nicht so gut war, und haben das miteinander ganz offen gesprochen. Aber dann immer sozusagen zeitversetzt, wenn die größte Emotion erstmal raus ist, dass man durch diesen Spaziergang in die Haltung kommt „beide sind offen für dieses Gespräch“, „beide nehmen sich dafür Zeit und haben die Ruhe“. Dadurch können die beiden da sehr gut darüber sprechen. Die beiden waren sich aber dann auch einig, dass man das bei kleineren bis mittleren Themen machen kann. Wenn es aber eine starke Verletzung ist, dass man die dann vielleicht doch sofort lösen müsste. 

Unser Fazit

Für alle diese Dinge liegt natürlich zugrunde, dass eigentlich die Kernursachen gelöst zu sein müssten oder ist halt einfach nur weitere Impulse sind, weitere Ansätze sind die Eskalation ein Stück weit im Schacht zu halten. Weil wenn dort extrem viel Wut, extrem viel Traurigkeit, starke Ängste in unserem Basisgefühl sind, die hochklappen können, dann kann es sein, dass diese Tipps nur schwer anwendbar sind. Also das heißt die Selbstreflexion ist da ein riesiger Bestandteil eigentlich. Also sich selbst zu hinterfragen, in welcher Situation entsteht es bei mir und wie kann ich rechtzeitig die Reißleine ziehen, um zu sagen: „Das läuft gerade in eine ungute Situation hinaus, wo wir uns beide gegenseitig stark verletzen werden. Wir müssen was tun.“ 

Wir hoffen, wir konnten euch einige positive Impulse mitgeben und freuen uns auf den nächsten Podcast. Ihr dürft euch natürlich auch gern freuen, wir freuen uns zusammen. Okay, bis zum nächsten Mal. Bis dann!

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