Beziehungskonflikte vermeiden - So geht's!

liebevoll verfasst von 
Laura
veröffentlicht am 16. November 2020 in der Kategorie ,

Im gemeinsamen Alltag eines Paares kann es immer mal wieder zu kleinen Streitigkeiten und Missverständnissen kommen. Vielleicht hat dein Partner mal wieder das Geschirr nicht weggeräumt oder du hast vergessen die letzten Wocheneinkäufe zu besorgen. Manchmal sorgt schon eine winzige Kleinigkeit dafür, dass wir uns auf einmal in einem Streitgespräch wiederfinden. Dann muss man die Konflikte lösen.

Wenn man sich in der Partnerschaft streitet, dann ist das überhaupt nicht schlimm und auch kein Grund zur Sorge! Es gibt jedoch auch ein paar Tricks, durch die man einen solchen Streit harmonischer auflösen oder sogar vollkommen vermeiden kann. In diesem Beitrag wollen wir genau auf dieses Thema eingehen und euch zeigen, durch welche zehn Tipps ihr im Alltag wirksam und zeitnah einen Konflikt lösen könnt. 

Warum entstehen Konflikte zwischen dir und deinem Partner?

Ein Konflikt kann aus den unterschiedlichsten Alltagssituationen resultieren. Man trägt zum Beispiel den andauernden Stress aus dem Arbeitsalltag mit nach Hause oder ist einfach mal schlecht drauf.

In den meisten Fällen entsteht ein Konflikt durch einen Triggerpunkt aus der Vergangenheit. Wenn wir in einem Streit unterbewusst an eine bestimmte Situation aus der Vergangenheit erinnert werden, dann kommt das ungute Gefühl aus der damaligen Situation wieder in uns auf. 

Ein Konflikt wird oftmals auch dadurch weiter verschärft, dass jeder einzelne Mensch ein ganz individuelles Konfliktverhalten hat. Manche Menschen sind zum Beispiel im Streit sehr zurückhaltend, andere werden laut oder verlassen den Raum. Das kann manchmal dazu führen, dass wir die ausgesprochenen Worte unseres Konfliktpartners anders wahrnehmen, als sie ursprünglich gemeint waren.

Wie können Konflikte im Alltag vermieden werden?

Eine generelle Anleitung, um Konflikte in der Partnerschaft zu vermeiden, gibt es leider nicht. Jedoch haben wir für euch 10 Tipps zusammengestellt, durch die ihr einen aufkommenden Beziehungskonflikt bereits von Anfang an vermeiden könnt. 

Die Tipps können euch zusätzlich auch dabei helfen, harmonischer miteinander zu kommunizieren und einen bereits bestehenden Konflikt in aller Ruhe aufzulösen. 

Tipp 1: Ruhe bewahren

Bevor ihr euren Partner auf ein in euch bestehendes negatives Gefühl ansprecht und auf diese Weise ein Streitgespräch einleitet, solltet ihr zuerst einmal Ruhe bewahren und durchatmen. In den meisten Fällen bringt es nicht besonders viel, das Gespräch einfach so ohne weiteres zu starten. 

Durch ein paar Vorüberlegungen könnt ihr ein schwieriges Gespräch besser strukturieren und die in euch bestehenden Gefühle klarer äußern. Nehmt euch am besten ein paar Minuten Zeit und werdet euch über folgende Fragen klar:

  • Über welche spezifische Situation möchtet ihr mit eurem Partner reden?
  • Welche Gefühle hat das Verhalten eures Partners in dieser Situation ausgelöst?
  • Welches Verhalten hättet ihr euch von eurem Partner stattdessen gewünscht?

Durch die Beantwortung der Fragen könnt ihr euch bewusst machen, über welches Thema ihr mit eurem Partner genau sprechen möchtet und welche Veränderungen ihr euch wünscht. Wenn ihr eure Bedürfnisse nun im nachfolgenden Gespräch äußert, fällt es eurem Partner viel leichter, diese auch wirklich zu verstehen.

Tipp 2: Bereitschaft erfragen

Wenn ihr mit eurem Partner über ein schwieriges Thema sprechen möchtet, dann solltet ihr vorab seine Bereitschaft erfragen. Dieser Schritt spielt eine besonders wichtige Rolle, da euer Partner euer Feedback oder eure Kritik nur dann annehmen kann, wenn er auch wirklich bereit dazu ist. Wenn er sich hingegen gerade in einer stressigen Situation befindet oder nur kurz Zeit hat, dann ist diese Bereitschaft typischerweise nicht vorhanden.

Wenn die Bereitschaft für ein Gespräch im Moment nicht vorhanden sein sollte, dann könnt ihr gemeinsam einen Termin ausmachen, an dem die Bereitschaft vorhanden ist und das Gespräch durchgeführt werden kann. Dieser Termin sollte so geplant werden, dass er für euch beide ohne Probleme realisierbar ist und gut in euren Alltag passt.

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Tipp 3: Zeit für das Gespräch nehmen

Wichtige Themen sollten nicht zwischen Tür und Angel geklärt werden - Genau so verhält es sich auch mit einem Konflikt. 

Wenn ein Konflikt bereits besteht, dann solltet ihr euch in jedem Fall genug Zeit nehmen, um diesen vollständig aufzulösen. Falls ihr also beide gerade nur kurz zu Hause seid und eigentlich direkt wieder zu einem anderen Termin müsst, dann bietet es sich nicht an, den Konflikt gerade jetzt zu klären. Eine passendere Lösung wäre es, die Auflösung des Konflikts auf einen anderen Termin zu verschieben. Auch dieser Termin kann von euch vorab gemeinsam vereinbart werden.

Tipp 4: Den Partner aussprechen lassen

Wenn ihr einen Konflikt nachhaltig auflösen möchtet, dann solltet ihr stets darauf achten, euren Partner aussprechen zu lassen. Auf diese Weise begegnet ihr ihm mit Respekt.

Falls es in einem Gespräch vermehrt dazu kommt, dass euer Gesprächspartner seine Position aufgrund von einer Unterbrechung nicht vollständig äußern kann, dann führt das bei ihm zu Unzufriedenheit und Resignation. 

Das Ziel sollte daher stets darin bestehen, dass ihr beide gleichermaßen die Chance dazu habt, eure Meinung darzulegen. So könnt ihr die Meinung eures Gesprächspartners besser verstehen und auch euer Gesprächspartner hat die Möglichkeit dazu, eure Position und eure Haltung besser nachzuvollziehen.

Tipp 5: Nachfragen stellen

Jeder Mensch drückt sich auf seine ganz eigene Art und Weise aus. Manche Menschen holen dabei sehr weit aus, andere behalten einen Teil ihrer Gedanken hingegen eher für sich.

Damit ihr die Haltung eures Partners verstehen könnt lohnt es sich, hin und wieder eine Nachfrage zu stellen. Eine Nachfrage ist besonders dann angebracht, wenn ihr etwas nicht vollständig verstanden habt oder wenn ihr euch eine genauere Äußerung von der anderen Person wünscht. Durch das wiederholte Fragen stellen zeigt ihr eurem Partner außerdem, dass euch seine Meinung am Herzen liegt und ihr seine Haltung vollständig verstehen möchtet.

Tipp 6: Wertschätzend sein

Durch eine wertschätzende Haltung zeigt ihr eurem Gesprächspartner, dass ihr seine Haltung anerkennt und ihm mit Respekt begegnet. Wenn ihr eurem Partner mit dieser Einstellung begegnet, wird auch euer Partner euch eine wertschätzende Haltung entgegenbringen.

Machmal fällt es uns schwer, einem anderen Menschen mit Respekt zu begegnen, wenn dieser eine Meinung vertritt, die wir selbst unter Umständen nicht teilen. Dann erfordert es oftmals ein hohes Maß an Selbstkontrolle, dessen Verhalten zu akzeptieren und die eigene wertschätzende Haltung beizubehalten. 
Behaltet hierbei im Hinterkopf, dass dein Partner immer aus seiner besten Absicht heraus gehandelt hat. Er hatte dabei zu keinem Zeitpunkt einen negativen Gedanken im Hinterkopf.

Tipp 7: Die Position des anderen verstehen

Wenn wir uns in einer schwierigen Situation befinden, dann fällt es uns oftmals schwer, die Haltung des anderen vollständig nachzuvollziehen. Typischerweise halten wir in diesem Moment unsere eigene Meinung für die richtige.

Damit die Position des Partners besser nachvollzogen werden kann, bietet es sich an, dass gezielte Nachfragen gestellt werden. Im Konfliktgespräch sollte es euch besonders darum gehen, die Meinung des anderen zu verstehen und anzuerkennen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr diese Meinung teilen müsst. Es geht vielmehr darum, dass ihr die Meinung des anderen kennenlernt und anerkennt.

Tipp 8: Eigene Gefühle äußern

Typischerweise redet man in einem Streitgespräch darüber, welches vermeintlich negative Verhalten der Partner hatte. Oftmals werden die Gefühle, die dieses Verhalten bei einem selbst ausgelöst haben, viel zu knapp oder sogar gar nicht geäußert. 

Wenn ihr eurem Partner in einer schwierigen Situation erzählt, wie ihr euch gefühlt habt, dann hilft ihm das dabei, eure Situation noch besser zu verstehen. Er kann sich dann besser in euch hineinversetzen und die Gefühle anschließend von euch nehmen. 

Wenn ihr über eure Gefühle sprecht, dann solltet ihr darauf achten, dass ihr ausschließlich auf eure Basisgefühle eingeht. Dabei handelt es sich um diejenigen Gefühle, die ganz unbewusst als Reaktion auf ein bestimmtes Verhalten entstanden sind. Zu den Basisgefühlen gehören unter anderem:

  • Bauchschmerzen
  • Leichtes Zittern
  • Herzklopfen
  • Tränen in den Augen
  • Angst
  • Flaues Gefühl im Magen
  • Weiche Knie

Tipp 9: Wünsche äußern

Bei einem Konflikt wird häufig mit Vorwürfen gearbeitet. „Du warst schon wieder zu spät“, „Du hast dich nicht um den Haushalt gekümmert“ oder „Du hast das schon wieder falsch gemacht“ sind Aussagen, die im Streitgespräch oft fallen.

Damit ein Konflikt vollständig gelöst werden kann, sollten die Vorwürfe in Wünsche umgewandelt werden. Man spricht dann folglich nicht mehr darüber, was der andere nicht so gut gemacht hat, sondern darüber, was er in der Zukunft verändern könnte. Dies hat zur Folge, dass dein Gesprächspartner eine klarere Vorstellung von seinen möglichen Handlungsalternativen erhält. Diese kann er in Zukunft selbstständig umsetzen. 

Du hast schon wieder vergessen den Müll mit nach draußen zu nehmen.

√  Ich würde mir wünschen, dass du nächstes Mal, wenn du nach draußen gehst, den Müll mitnimmst.

Du hast schon wieder nicht für das Wochenende eingekauft.

√  Ich würde mir für das nächste Mal wünschen, dass du den Einkauf nächste Woche vor dem Wochenende erledigst.

Tipp 10: Eine gemeinsame Lösung finden

Damit ein Konflikt vollständig und langfristig gelöst werden kann, solltet ihr eine Lösung finden, die für euch beide stimmig ist. 

Wenn eine Lösung für eine der Konfliktparteien nicht passend ist, dann wird sich das zukünftig wahrscheinlich darin zeigen, dass der Konflikt noch einmal aufkommt. Daher solltet ihr von Anfang an daran arbeiten, das die Lösung, die ihr festlegt, für euch beide stimmig ist.

Mehr über das Thema "Konflikte lösen" erfahren

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