Podcast: Trennung - Ja oder Nein?!

Liebevoll verfasst von
Florian
vom
28. Juli 2021
Höre diese Folge auf deinem Lieblingskanal:
google podcasts badge@8x 1024x260 1
spotify podcast badge blk grn 330x80 1
DE Apple Podcasts Listen Badge RGB

So trefft ihr als Paar die richtige Entscheidung für die Zukunft!

Die Entscheidung für oder gegen eine Trennung kann sehr schwer und kraftraubend sein. Man steht dabei verschiedenen Ängsten gegenüber und muss eine wichtige Entscheidung treffen. Wir zeigen euch deshalb, wie ihr euch dieser Entscheidung stellen könnt und was es dabei zu beachten gilt.

Die Entscheidung für oder gegen eine Trennung kommt dann in Betracht, wenn in der Beziehung nicht mehr alles rund läuft. Man ist sich unsicher, ob bestehende Konflikte überhaupt gelöst werden können, oder ob es schon zu spät ist. Manche Menschen verspüren in dieser Phase eine tiefe Angst vor dem Alleinsein. Sie sind es nicht mehr gewohnt ihr Leben alleine zu gestalten und fürchten sich daher vor einer Trennung bzw. vor der Tatsache, dass sie die Trennung verarbeiten müssen. Andere Menschen tragen noch viel Hoffnung in sich und wünschen sich, dass die Beziehung fortbestehen kann. In manchen Situationen besteht auch Unklarheit über die eigenen Gefühle. Sind diesen nur von den bestehenden Streitigkeiten überlagert und daher momentan nicht so präsent, oder sind die Gefühle verschwunden?

Eine solche Phase in der Beziehung hat verschiedene Folgen. Zum einen verursacht sie viele ungute Gefühle bei den beteiligten Personen. Die Unzufriedenheit in der Beziehung verstärkt sich immer mehr. Man fühlt sich unwohl und begegnet einer Mischung aus Wut, Enttäuschung und Trauer. Zum anderen stellen die Streitigkeiten und Konflikte nach wie vor eine Belastung dar, weil diese noch nicht gelöst wurden. Der sonst so harmonische Alltag wird ständig beeinträchtigt.

Doch was kann in so einer Situation getan werden? Wir würden euch zuerst empfehlen, eure Beziehung zu reflektieren. Ihr könnt gemeinsam analysieren, wann es mal gut war und welche Konflikte dazu geführt haben, dass ihr heute vor der Entscheidung für oder gegen eine Trennung steht. Wenn ihr an eurer Partnerschaft arbeiten möchtet, dann könnt ihr dies mit der System Empowering Methode lösen. Ihr könnt eure Beziehung dann alleine in die Hand nehmen und eine Veränderung bewirken. Falls ihr euch dabei Unterstützung wünscht, könnte auch eine Paartherapie oder ein Kurs in Frage kommen. Das hängt ganz davon ab, welcher Gedanke für euch am stimmigsten ist und was ihr erreichen möchtet.

Wenn ihr gerne nochmal alles wichtige zum Thema „Trennung: Ja oder Nein?“ nachlesen möchtet, schaut unbedingt in unserem neuen Blog-Beitrag vorbei. Dort berichten wir ausführlich über diese Frage und geben euch Impulse, durch die ihr euch der richtigen Entscheidung annähern könnt.

Unterhalb findet ihr das Transkript dieser Folge.

Hallo und herzlich Willkommen zu dieser Podcast-Folge! Wir wollen uns dem Thema „Trennung: Ja oder Nein?“ widmen und euch dabei unterstützen, eine fundiertere Entscheidung treffen zu können, denn das ist ja ein durchaus sehr schweres Thema. Wir sind Paartherapeuten und Coaches, ich bin Florian, ich bin Ina, und wir helfen Paaren raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Manchmal helfen wir Paaren auch raus aus der Beziehung hinein in eine einvernehmliche, gute Trennung, die eben ohne größere Streitigkeiten verläuft und man sich danach immer noch gut in die Augen sehen kann.

Die Entscheidung für oder gegen eine Trennung ist schon an sich eine super schwere Entscheidung und kann natürlich auch sehr kräfteraubend sein. Gerade wenn da so viel Unsicherheit drin ist. Viele Paare berichten auch „in einem Moment denkt man ich bleibe, beim nächsten Mal denkt man okay, ist alles sinnlos, wir sollten uns trennen, also ich gehe“. Die Entscheidung „gehen oder bleiben?“ ist natürlich eine Entscheidung, die man sich sehr gut überlegen sollte, weil sie für viele Paare auch mit extremen Konsequenzen belegt ist. Das heißt also finanzieller Art, aber auch eine Familie kann auseinander gehen in dem Sinne (räumlich, wenn sich ein Paar trennt). Eine Familie bleibt man, Elternpaar bleibt man, die Rolle wird man nicht los. Aber das Liebespaar geht dann auseinander und das hat einfach auch räumliche Konsequenzen und auch natürlich emotionale Konsequenzen für die Kinder, für einen selbst. Deswegen glaube ich, ist es ganz normal, dass viele Paare sich sehr viele Gedanken darüber machen: Wie sieht ein Leben zusammen aus? Wie würde ein Leben einzeln aussehen?

paar im streitgespraech

Das Problem: Es besteht Unsicherheit im Hinblick auf eine mögliche Trennung

Ein typisches Problem ist, dass Unsicherheit dadurch in der Beziehung entsteht. Denn wenn einer von beiden oder beide unsicher sind und das nicht aussprechen oder das auch meinetwegen aussprechen, dann ist die Beziehung schon mal auf einem sehr wackligen Fundament. Wenn das einer nur innerlich spürt, aber das gar nicht ausspricht und da immer mehr darüber nachdenkt, dann ist man auch gar nicht mehr so auf dem „ich lasse mich jetzt voll drauf ein und kümmere mich, gebe Vollgas und sorge dafür, dass schöne Lebensmomente entstehen“, weil diese Unsicherheit da ist. Das ist ein bisschen wie mit der inneren Kündigung beim Mitarbeiter, der gibt auch nicht mehr Vollgas für das Unternehmen. Das ist natürlich, wenn ich mir über meine Beziehung nicht sicher bin, ob ich das will oder nicht will, dann werde ich wahrscheinlich auch da kein Vollgas mehr geben und dafür sorgen, dass es einem gut geht.

Emotionale Verletzungen werden ausgespielt

Was natürlich auch häufig mal so ist, ist das so ein Ping-Pong-Spiel entsteht. Also dass der eine sagt „nee komm, es bringt nichts mehr, lass‘ uns trennen“. Dann ist der eine der Part, der den anderen überzeugen will „lass es uns doch nochmal versuchen“. 2 Wochen später ist das andersrum, dass der eine sagt (meistens ja in einem Streit) „ich will das alles nicht“ – „wieso, du hast doch gesagt du willst an der Beziehung festhalten?“. Die Gefahr hinter dieser Frage „bleiben wir als Paar zusammen oder trennen wir uns?“ ist einfach, dass das als eine Verletzung auch häufig ausgespielt werden kann. 

Verschiedene Ängste sind präsent

Dann wird es natürlich kompliziert, weil was steckt denn dahinter? Die Angst vor dem Alleinsein zum Beispiel, also die Angst „komme ich finanziell alleine klar ?“, die Angst „wie sage ich das den Kindern?“, die Angst „komme ich mit dem Alleinsein klar?“, die Angst im Außen auch „was könnten die anderen denken, wenn wir uns trennen, was könnte das Dorf denken, dann wird über uns gesprochen?“. Dann auch die Angst „werde ich jemals wieder jemanden finden, mit dem ich mich emotional so stark wie am Anfang der Beziehung verbunden gefühlt haben, werde ich nochmal jemanden finden, liegt es an mir, bin ich nicht fähig eine Beziehung zu führen?“. Also da sind ja auch ganz viele Ängste mit dieser Fragestellung verbunden, warum es auch einfach so schwer fällt, da ganz klar mal Kante zu ziehen und zu sagen „gut, dann lass uns das jetzt hier beenden“.

Sich voneinander zu trennen, wird mit der Zeit immer schwieriger

Vor allen Dingen wird es, je älter man wird, ja auch schwieriger, weil sich die Leben ja immer mehr ineinander verzahnen. Die Dinge, die man dann potenziell verlieren könnte, werden ja auch immer mehr und immer größer. Also die Veränderungen fürs Leben werden immer mehr. Das ist glaube ich etwas, was dazu führt, dass viele Paare sehr lange mit dieser Frage umherlaufen, manchmal auch eben nur einer innerlich, was auch eine sehr große Schwierigkeit darstellt. Wenn der eine sich innerlich da so auf den Weg gedanklich macht und anfängt dieses Thema innerlich immer mehr durchzukauen und dann den anderen auf einmal so vor halbwegs vollendete oder ganz vollendete Tatsachen stellt und sagt „da habe ich mir jetzt quasi die letzten zwei Jahre drüber Gedanken gemacht und bin jetzt so weit gereift“ und dann ist der andere völlig überrascht. 

Also das einer im Prozess eigentlich schon ist, der andere aber im Prozess nicht mitgenommen worden ist, vielleicht auch aufgrund von unterschiedlichen Wahrnehmungen. Also dass der eine sagt „das hast du mir gar nicht gesagt, dass du unglücklich bist“ und der andere sagt „doch, doch“, das kam aber nicht an, dass man gefühlt auf zwei verschiedenen Wegen unterwegs war. Klar, dass ist dann nochmal schwer. Das erleben wir auch ab und zu im Coaching wirklich, dass ein Part da sitzt und sagt „also ich weiß das Datum ganz genau, da habe ich erfahren, dass sie oder er sich trennen will und damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“.

Früher erlernte Lösungen helfen in dieser Situation nicht mehr weiter

Die große Herausforderung ist denke ich für viele, dass wir bei dieser großen Entscheidung, bei der so viele emotionale Aspekte, soziale Aspekte, finanzielle Aspekte und so weiter eine Rolle spielen, mit unserer Pro- und Contra-Liste, die wir in der Schule gelernt haben und die auch eigentlich eher objektiv geführt werden soll, einfach scheitern. Die Pro- und Contra-Liste hilft uns bei dieser Entscheidung im Regelfall nicht weiter. Aber man macht das natürlich, weil man irgendwie sagen möchte „ich möchte für mich gerne eine Lösung haben“. Was kann ich tun? Die Pro- und Contra-Liste ist so ein ganz klassischer Fall. 

Aber da fängt es ja schon an, mit der Priorisierung. Ich kann ja fünf Sachen auf der Pro-Seite haben, acht auf der Contra-Seite, aber sagen, dass die auf der Pro-Seite eigentlich die wichtigeren Sachen sind. Also ist schwierig, weil ich finde immer emotionale Entscheidungen sind nicht immer rationale Entscheidungen. Dadurch wird es auch noch sehr kompliziert. Selbst rationale Entscheidungen sind nur vorgegaukelt rational, da sind auch immer die Emotionen bei. Die kann man nie abschalten.

Die Folgen: Was passiert, wenn man sich nicht für oder gegen die Trennung entscheiden kann?

In der Folge, dass das so eine schwierige Entscheidung ist, schleppen das viele mit sich herum und die Unzufriedenheit in der Beziehung wächst und die emotionalen Verletzungen werden mehr, Streitigkeiten intensivieren sich, die Distanz wird größer, körperliche Nähe geht weiter auseinander. Eigentlich, wenn diese Frage im Raum steht oder wenn diese Frage auch nur innerlich gestellt ist, fängt dann alles, was bis dahin passiert ist, an sich eher zu verschlimmern, es wird intensiver im negativen Sinne.

Dazu haben wir auch einen Blog-Beitrag einmal geschrieben, wo wir uns halt ein bisschen ausführlicher mit der Frage beschäftigen und euch gern nochmal zeigen wollten, mit welchen Fragen ihr euch richtig oder besser der Entscheidung annähern könnt. Also wir wollten sozusagen ein bisschen einen Impuls mitgeben, wie man mit der Frage umgehen kann, wie man sich der Frage mehr annähern kann und wie man vielleicht eher zu einer Lösung finden kann. 

AdobeStock 221028058

Die Lösung: So könnt ihr die Frage "Trennung: Ja oder Nein?" endlich beantworten

Wie würden wir empfehlen vorzugehen? Was ist die Lösung bei so einer mega schwierigen Frage? Ich glaube dieLösung gibt es nicht, das wäre ich glaub ich vermessen zu sagen „es gibt jetzt die eine Lösung“. Aber es gibt auf jeden Fall Dinge, wie ihr euch eurer Entscheidung immer weiter annähern könnt, um dann zu prüfen „was ist nun stimmig oder unstimmig?“.

Sprecht eure Unsicherheiten offen gegenüber eurer Partnerin / eurem Partner aus

Das Erste, was wir eben schon mehrfach hatten, ist eben aus diesem innerlichen herauszukommen und sich dem anderen zu öffnen und zu sagen „so und so sieht es in mir aus, das und das sind meine Gedanken, das und das machen meine Gefühle“ und dann die Möglichkeit zu haben gemeinsam die Beziehung zu reflektieren und gemeinsam zu schauen, wie will man es denn gestalten. Also sich gemeinsam die Frage zu stellen: Kann es wieder gut werden? 

Also erstmal überhaupt gemeinsam dafür sorgen, dass das bei beiden klar ist, dass das offen auf dem Tisch ist, dass man Probleme hat und dass das sehr eng ist gerade. Gehen oder bleiben ist schon so ein Endgegner-Problem. Also wie auch immer das Gefühl gerade ist, das auf jeden Fall auszusprechen, dass eine Unsicherheit da ist, dass man innerlich über Trennung nachgedacht hat und so weiter, dass man das ausspricht. Je früher, desto besser, sodass der andere mit im Prozess ist, dass er sich nicht ausgeschlossen fühlt und dass das Wir-Gefühl an der Stelle noch irgendwie da ist, um an dieser Entscheidung zu arbeiten.

Die Frage kann sein „kann es wieder gut werden?“, die Frage kann sein „welche Ursache hatte es, dass es so weit gekommen ist, dass man über Trennung nachdenkt?“ und „was kann man gemeinsam tun, um es vielleicht wieder zu verändern?“. Denn häufig sind es tatsächlich die emotionalen Verletzungen und Konflikte, die dahin führen, die sich im Laufe der Zeit als Konfliktspirale ansammeln. Die haben irgendwann mal ganz klein begonnen und haben dann angefangen sich aufzustauen, es hat sich Ärger, Wut, Traurigkeit, Schmerz, Leid immer mehr aufgestaut. Es wird intensiver und man fängt an sich über Dinge zu streiten, über die man sich mit der besten Freundin oder dem besten Freund niemals streiten würde, weil das Fundament ein ganz anderes ist.

Schon Kleinigkeiten können dazu beitragen, dass Streitigkeiten eskalieren

Hast du ein Beispiel? Wir können ganz klischeehaft die Zahnpastatuben nehmen, die nicht zugedreht wird, aber das ist glaube ich nicht das gängigste Beispiel. Nehmen wir also irgendwas im Haushalt. Der gelbe Sack wurde nicht rausgebracht, die Geschirrspülmaschine wurde nicht ausgeräumt, es wurde irgendetwas liegengelassen, irgendein Licht nicht ausgemacht – es gibt so viele Kleinigkeiten, die im Haushalt stattfinden. Jemand kauft etwas ein, kommt zu spät – es gibt so viele Beispiele. Eigentlich kann man alles das nehmen, wo man merkt: Die Emotionen, die gerade entstehen, passen nicht mehr zur Sache. Wenn ich mir vorstelle, ich schnappe meinen besten Freund und meine beste Freundin, bin mit dem drei Wochen in einer Ferienwohnung und das würde dort passieren, würde ich da genauso explodieren und reagieren oder nicht? 

  • Wenn ich sagen würde „ja“, dann scheint das irgendwas in mir zu sein oder irgendetwas zu sein, was einen wirklich stört. Oder es hat wirklich Berechtigung, dass man sich darüber aufregt. 
  • Wenn man sagt „nein, mit dem würde das nicht passieren, mit meiner Frau oder mit meinem Mann passiert das leider schon“, dann ist irgendwas im gemeinsamen Fundament.

Das ist häufig so der Punkt, wenn Paare anrufen, dass es dann irgendwas gab, was total banal war, aber worüber der Streit so extrem wurde, wo man sagt „das hat nichts mit dem Geschirrspüler zu tun oder mit dem Licht, was nicht aus war“. Deswegen war es nicht so eine starke Emotion, sondern das ist nur sozusagen der letzte Punkt gewesen häufig. Da geht es darum, dass das die Wirkung ist, die man spürt, aber die Ursache liegt woanders, die liegt viel weiter zurück. Deswegen gehen wir an dem Punkt, wann war es mal gut.

Löst emotionale Verletzungen gezielt auf und reflektiert dann eure aktuelle Situation

Das wäre auch immer die Empfehlung, dann als Lösungsansatz zu schauen: Wann war es mal gut zwischen euch und was ist passiert, was hat sich verändert, um jetzt in diese Richtung zu kommen und über eine Trennung nachzudenken?

Das einmal für sich zu reflektieren, gibt auch ganz viel Klarheit darüber, ob es wieder gut werden kann oder nicht. Denn manchmal schließen sich die Dinge aus und es sind vielleicht Sachen passiert, die vollkommen gegen die eigenen Werte verstoßen und man sagt „nein, das geht nicht“. Also manchmal ist der Auslöser ganz klar. Wenn jemand fremdgegangen ist und das widerspricht vollkommen meinem Wert der Treue und ich kann damit absolut nicht leben, dann wird sich daran nicht so viel drehen lassen. Wenn man merkt „der Wert Treue war mir irgendwie immer wichtig, aber irgendwie ist mir doch viel wichtiger diese Beziehung zu retten, weil ich möchte das gerne“, dann merken viele, wenn sie in der Situation erstmal drin stecken, dass sie doch daran arbeiten wollen. Das muss man halt für sich selber spüren. Manche sind sogar unsicher, ob man daran arbeiten will oder nicht. Die sagen „wir machen jetzt mal 2-3 Termine und gucken mal, wo es hinläuft, ich weiß nicht, ob ich das kann, weil eigentlich widerstrebt das meinem Wert“. 

Also wir gehen dahin, wann war es mal gut, und suchen nach der Ursache und schauen uns eben nicht nur die Wirkung an. Das solltet ihr auch tun. 

Denkt über professionelle Hilfe nach, um den Prozess begleiten zu lassen

Was ist jetzt aber, wenn ich zuhause sitze und denke „okay, das was die beiden jetzt erzählen, dass hört sich alles gut, aber das kriege ich niemals hin alleine, weil ich bin voll schnell in der Konfliktspirale mit meinem Partner, beim Beziehung reflektieren kriegen wir uns innerhalb von einer Viertelstunde wieder voll in die Haare und es geht voll los mit den Vorwürfen“? Dann ist man meistens nicht an dem Punkt angekommen, wann war es mal gut, und kann sich da innerlich nicht in diese wertschätzende Haltung von damals hineinversetzen. Aber das wäre auch nicht untypisch, denn man ist befangen. Man steht drin, man ist im Tunnelblick drin. Im Unternehmen würde man Betriebsblindheitsagen. Deswegen wird halt manchmal jemand von außen, der manchmal als Schiedsrichter da ist, der manchmal den Prozess einfach nur führt, der einem auch mal nett und liebevoll ins Wort fällt und sagt „das macht eine neue Verletzung, lass‘ uns den Weg nicht gehen, wir gehen einen anderen Weg, das ist viel besser“, gebraucht.

Also der äußere Rahmen, eine dritte Person, die nicht parteiisch ist, die einen geschützten Rahmen vorgibt z.B. durch die Räumlichkeiten, man hat einen Termin, wo man zusammen hinfährt. Man kommt dann natürlich, weil es auch im Außen anders ist, nicht so schnell in die Vorwürfe rein. Das ist oftmals ein Punkt finde ich, was einen großen Unterschied macht, als wenn man das zu Hause am Küchentisch zu zweit klärt, gerade wenn es natürlich auch Themen sind, die sehr tief sind. 

Führt einen Öko-Check durch, um eine stimmige Entscheidung zu treffen

Dann ist unser wichtigstes Tool, unser wichtigstes Werkzeug im Koffer, um eine fundierte Entscheidung zu treffen, der Öko-Check. Das ist eine Methode, die wir nutzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen, die nämlich auch die emotionale Seite voll berücksichtigt. Das können wir uns mal kurz näher ansehen. 

Wenn ihr dazu mehr erfahren wollt, einerseits wie ihr den Punkt findet, wann war es mal gut, euch richtig entschuldigt, wie ihr richtig Feedback gebt, wie ihr vielleicht auch die fünf Sprachen der Liebe näher kennenlernt oder aber über den Ökocheck eben fundierte Entscheidungen treffen könnt, dann könnt ihr euch für unseren 5x5 Kurs anmelden. Der ist kostenlos, das sind fünf Videoeinheiten mit jeweils glaube ich 15 bis 30 Minuten, wo ihr dann Input zu genau diesen Themen bekommt, wo der Öko-Check vorgestellt wird, wo vorgestellt wird, wie man sich für emotionale Verletzungen so entschuldigt, dass es Wirkung macht, dass Wut, Trauer und Schmerz abgebaut werden. Das hilft euch sehr. Das haben wir einfach mal zusammengestellt, weil mir das Gefühl hatten, das braucht nochmal einen anderen Raum, das können wir auch durch den Podcast nicht immer so ganz gut abdecken. Da hatten einfach nochmal das Gefühl, dass die Themen dann nochmal tiefer aufgegriffen werden. Genau, weil wir halt auch tiefer in die einzelnen Methodik-Bausteine hineingehen.

Der Öko-Check ist so ausgelegt, dass man sich ein Ziel überlegt, und die Zielfrage haben wir ja schon: „Trennung: Ja oder Nein?“. Das wäre die Zielfrage: Was wäre bei einer Trennung? Wenn man sein Ziel erreicht (in dem Fall vielleicht die Trennung als Ziel nimmt), dann hat das immer positive wie negative Auswirkungen und bei ganz vielen Zielen (vielleicht nicht unbedingt beim Ziel Trennung) haben wir immer eher das Positive im Blickwinkel, deswegen wollen wir dieses Ziel erreichen. Jedes Ziel hat auch seine negativen Konsequenzen.

Die erste Frage: Was ist das Gute am Jetzt?

Die erste Frage, die wir uns im Öko-Check stellen, ist: Was ist das Gute am Jetzt? Denn dass ich gerade in einer Beziehung drin bin, auch wenn einige Aspekte vielleicht nicht so schön laufen, hat doch viele positive Aspekte, warum ich da drin bin. Ich bin nicht alleine, halbe Miete, es gibt immer Vorteile. Also das soziale Umfeld, man teilt sich Aufgaben, man ist ein Team, man lebt als Familie zusammen, wenn man Kinder hat, wenn man sich über die Gefühle sicher ist, man liebt den anderen und so weiter. Also ganz viele Punkte sprechen dafür, in dieser Beziehung zu bleiben, weil das ja auch gut ist.

Die zweite Frage: Was kann ich tun / lernen / verändern, um das Gute am Jetzt zu erhalten?

Dann wäre die Frage, wenn ich jetzt mich trenne: Was kann ich tun / lernen / verändern, um das Gute aber Jetzt zu erhalten? Also wenn ich zum Beispiel sage, dass Gute am Jetzt ist, dass ich in einer schönen Wohngegend / einen schönen Haus lebe, wie kann ich das erhalten? Wenn ich sage, das Gute am Jetzt ist, dass wir einen tollen Freundeskreis haben und ich mag auch meine Schwiegereltern sehr gerne, wie kann ich das erhalten? Wenn das Gute am Jetzt ist, dass ich sage, viele Dinge sind zwar nicht so harmonisch, aber trotzdem können wir über viele Dinge gut reden und auch in Krisenzeiten halten wir echt gut zusammen, wie kann man das erhalten?

Das sind Ansätze, um zu sagen: Wenn man sich schon trennt, wie kann man das Gute, was man jetzt hat, mitnehmen? Natürlich bleiben dort Dinge übrig, die vielleicht schwer sind, da etwas zu finden, aber auch Dinge, die man überhaupt nicht mitnehmen kann und wo man sagt „die bleiben übrig, die die kann ich nicht mitnehmen, das kann ich nicht erhalten oder aber vielleicht irgendwann nur mit einem neuen Partner, aber ich kann es nicht mitnehmen“. Das hilft mir schonmal abzuwägen und gibt mir schon mal einen Blick darauf: Welche Dinge, die mir jetzt gerade gut tun, werde ich mitnehmen können und welche werde ich einfach verlieren müssen?

Die dritte Frage: Welche negativen Konsequenzen treten bei der Zielerreichung ein?

Was ist dann die nächste Frage? Die dritte Frage ist: Welche negativen Konsequenzen treten bei der Zielerreichung ein? Also welche negativen Konsequenzen verspüre ich in der Trennung? Einsamkeit, ich muss in eine kleinere Wohnung ziehen, schwierige finanzielle Situation, Haus verkaufen, ich habe entsprechende Vorfälligkeitszinsen, die Kinder könnten traurig sein und eine schwierige Phase haben, man selbst ist traurig. Also ganz bewusst auch Emotionen mit reinnehmen. Wie fühlen sich alle? Und auch nicht nur sich selber betrachten, sondern gerne auch andere Aspekte mit hineinnehmen. Also gerade Kinder mit hineinnehmen (also wie fühlen sich die Kinder dabei?) und so weiter, also die eigenen Emotionen, die Emotionen des Partners und so weiter.

Die vierte Frage: Was kann ich tun / lernen / verändern, damit die negativen Konsequenzen nicht eintreten?

Dann ist die vierte Frage: Was kann ich tun / lernen / verändern, damit die negativen Konsequenzen nicht eintreten? Da darf ich dann kreativ werden. Da darf man kreativ werden und schauen: Wie kann ich damit umgehen? Also wenn wir jetzt die Kinder betrachten, dann ist ja ein häufiges Thema: Was kann ich tun / lernen / verändern, damit eben die negativen Konsequenzen bei Kindern nicht eintreten? Das sind ja ganz verschiedene Dinge:

  • Das Erste ist, wenn wir jetzt bei uns im Coaching sind, dass meistens das dann dein Thema ist und du mit den Eltern (je nach Entwicklungsstand des Kindes) die verschiedenen Szenarien durchgehst, wie die Kinder emotional reagieren könnten und du die Eltern darauf vorbereitet ausgeglichen kraftvoll in dieser Situation zu reagieren und die Emotionen begleiten zu können. Somit kann es trotz Trennung dazu kommen, dass weiterhin Sicherheit und Stabilität vermittelt wird. 
  • Wichtig ist auch sich im Vorwege klar zu machen, wie die weiteren Erziehungsmethoden sind und wie auch letztendlich diese Aufteilung sein soll. Viele sagen ganz selbstbewusst „Wechselmodell“ und dann sagst du „klingt gut, ist immer modern gerade, aber was heißt das denn ganz genau?“. Dann sagen viele „50:50, ist doch cool“. Dann guckt man auch da wieder: Was sind denn die negativen Konsequenzen? Passt das wirklich zu euch? Also auch diese Klarheit schon zu haben, hilft dem Kind ganz enorm.
  • Dann natürlich emotionale Verletzungen und Konflikte zu lösen, sich im Guten zu trennen und ein starkes und stabiles Elternpaar zu bleiben. 

Damit hätten wir die meisten negativen Auswirkungen für die Kinder erstmal in Griff bekommen. So kann man die ganzen Themen, die man so hat, durchgehen und schauen „wie kann man auf die negativen Konsequenzen eingehen?“. Auch da werden wieder welche übrig bleiben, wo man sagt „für diese negative Konsequenz weiß ich gerade keine Lösung, die kann übrig bleiben“. 

Im Anschluss an alle vier Fragen kann eine Entscheidung getroffen werden

So kann ich mich entscheiden. Da wir ganz bewusst objektive Faktoren, aber auch die ganzen emotionalen Faktoren mit reinnehmen, ist das eine sehr fundierte Möglichkeit, sich zu entscheiden. Durch den Prozess der Fragestellungen entwickelt man auch immer mehr ein stimmiges oder unstimmiges Gefühl, indem man sich mit den verschiedenen Punkten in der Tiefe auseinandersetzt und merkt „okay, das war bei mir immer voll die Last und ich merke gerade, da löst sich gerade der Punkt, denn ich habe mich jetzt mit den negativen Konsequenzen beschäftigt und wenn ich das und das an dem Stellrad drehen könnte, ist das doch nicht mehr so schwer“.

Ich glaube, wenn wir jetzt mal bei der Anfangsfrage bleiben, was ja eine sehr schwere, kraftzehrende Situation ist, in der man sich befindet, ist das halt immer auch eine Sache, wie man an diese Frage herangeht und inwieweit man in dem Prozess einsteigt nach Lösungen zu suchen für sich, um die Last einfach auch kleiner zu machen. Das ist auch relevant, um auch die Entscheidungsfreiheit emotional frei zu haben, um nicht von äußeren Faktoren geleitet zu werden, weil das einfach eine Last ist, die man trägt (also ein schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber, Angst vor finanziellen Engpässen und so weiter). Sondern dann kann man wirklich auch danach gehen „wie fühle ich mich gut?“.

Öffnet euch für die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten

Die Kombination aus den eigenen Emotionen, die hier wichtig sind, plus der ganzen äußeren Rahmenbedingungen und den negativen Konsequenzen, die eintreten können, die man nicht verhindern kann, das Gute, was man nicht mitnehmen kann, kann auch zu der Motivation führen zu sagen: „Ich möchte die Beziehung retten, das sind so viele Dinge, die da für mich auf der negativen Seite stehen, und ich bin mir über meine Emotionen noch nicht ganz klar.“

„Ich möchte alles erstmal probiert haben“, sagen viele auch, damit sie das Gefühl haben „ich könnte mit dieser Sache abschließen, aber dann habe ich alles gemacht, damit ich meinen Frieden auch so ein bisschen finde damit“.

So wäre unsere Empfehlung, denn so kommt ihr da zu einer für euch – gut ist relativ – zu einer Entscheidung, mit der ihr danach auch leben könnt, die euch sehr wahrscheinlich in eine glückliche und zufriedenere Perspektive bringt. Meistens ist das besser aus dieser Unklarheit herauszukommen, gerade wenn es über Monate, manchmal auch Jahre läuft. Dann ist diese Unklarheit irgendwann unerträglich und zehrt am ganzen System. Da ist es dann besser die Klarheit zu haben, die dann entweder positiv ausfällt oder erstmal negativ erscheint. Aber diese negative Klarheit, die lässt sich dann zumindest verarbeiten, damit lässt sich umgehen und man kann daran etwas machen.

Unser Fazit

Wir hoffen, dass wir euch mit dieser intensiven Podcast-Folge ein paar Impulse mitgehen konnten. Wenn du oder ihr gerade das Gefühl habt „wir würden gerne Hilfe in Anspruch nehmen, wir würden da gerne einfach mal eine Erstgespräch führen und mal schauen, ob ihr die Richtigen seid, die uns helfen können“, dann meldet euch gerne bei uns. Wir freuen uns immer, wenn wir andere in ihrem Prozess begleiten dürfen. Ansonsten hören wir uns in der nächsten Podcast-Folge wieder. Also bis zum nächsten Mal. Bis bald!

Wer sind die Lebensidealisten?
Die Lebensidealisten sind zertifizierte Paartherapeuten und Empowerment Coaches. Wir begleiten euch auf dem Weg zu eurer Wunschbeziehung. Bereits mehr als 1000 Paare haben mit uns Affären, Konflikte und anderen Krisen verarbeitet und führen nun einen harmonischen Alltag voller Energie, Leichtigkeit und Glück.
Über uns
Lebensidealisten Podcast:
Mehr zum Thema
Deine Lebensidealisten-Gründer

Ina & Florian

Wir sind Ina und Florian, die Gründer der Lebensidealisten. Wir durften bereits weit über 1.000 Paare auf dem Weg zu einer harmonischeren und glücklicheren Beziehung begleiten. Mithilfe der SystemEmpowering Methode lösen wir dabei immer wieder gezielt emotionale Verletzungen und ungute Gefühle auf.
Jetzt anhören
In unserem Podcast erfährst du, wie wie dafür vorgehen und was gebraucht wird, damit du wieder deine Wunschbeziehung führen kannst. Bis gleich!
Jetzt Kennenlerngespräch vereinbaren >