Bindungsangst überwinden: Symptome, Folgen und Lösungsstrategien

liebevoll verfasst von 
Laura
veröffentlicht am 8. April 2022 in der Kategorie 

Wenn man gerade noch ganz am Anfang einer neuen Liebesbeziehung steht, dann ist diese Zeit häufig für die meisten Paare sehr aufregend: Man möchte sich so häufig wie möglich sehen, alles über den anderen Menschen erfahren und schon jetzt viele gemeinsame Momente teilen. Allerdings sind nicht alle Personen so enthusiastisch, wenn es ernster wird. Es kann auch vorkommen, dass man erst einmal mehr Abstand möchte und der Beziehung dadurch mehr oder weniger aus dem Weg geht. Dieses Verhalten bezeichnet man als „Bindungsangst“. Von Bindungsangst spricht man also dann, wenn eine Person Angst davor hat, eine tiefergehende Beziehung zuzulassen bzw. einzugehen und es ihr schwer fällt, eine andere Person enger in ihr Leben zu lassen. Wenn man sich vor einer tiefergehenden Bindung zu einer anderen Person fürchtet oder einen innerlich etwas zurückhält, dann kann das verschiedene Ursachen und Folgen für das eigene Leben haben. Aber das muss nicht sein!

Wir möchten euch in diesem Artikel alles über die Bindungsangst näher bringen. Dafür stellen wir euch zunächst einmal vor, woran ihr erkennen könnt, dass ihr selbst oder eine andere Person wahrscheinlich bindungsängstlich ist. Anschließend zeigen wir, welche Probleme und Folgen damit einhergehen können. Damit diese Herausforderungen gar nicht erst eintreten, haben wir für euch eine passende Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt, durch die ihr die Bindungsangst nachhaltig und wirksam überwinden könnt.

13 Anzeichen dafür, dass jemand Bindungsangst hat

Bindungsangst kann sich durch verschiedene Verhaltensweisen im Alltag zeigen. Wir haben für euch zehn dieser Anzeichen zusammengestellt. Dadurch könnt ihr einen ersten Überblick darüber erhalten, was die Bindungsangst überhaupt ausmacht und warum sie für die betroffene Person so belastend sein kann. Beachtet allerdings hierbei, dass eine Person nicht bindungsängstlich sein muss, nur weil eines oder mehrere dieser Anzeichen zu ihr passen. Diese Symptome sind eher als Anhaltspunkte zu verstehen und können dazu beitragen, dass man seine eigene Angst erkennen und identifizieren kann.  

Es fällt einem schwer, über eigene Gefühle zu sprechen

Für Personen mit Bindungsangst ist es sehr schwierig, die eigene Gefühle zu benennen oder diese gegenüber eines anderen Menschen auszudrücken. Das liegt insbesondere daran, dass man als bindungsängstliche Person häufig nach Gründen sucht, um eine engere Bindung zu einer anderen Person gerade nicht eingehen zu müssen. Die eigenen Gefühle sind allerdings ein Grund für eine Beziehung, weshalb diese häufig in den Hintergrund geschoben und verdrängt werden.

Man kann nicht auf lange Beziehungen oder Freundschaften zurückblicken

Wenn jemand Bindungsangst hat, dann geht er auf Distanz und versucht gerade dann, wenn es ernster wird oder wenn eine Beziehung länger anhält, nach Gründen zu suchen, welche gegen diese Bindung sprechen. Manchmal wird auch einfach die Flucht ergriffen. Deshalb haben Menschen, die eine Bindungsangst in sich tragen, häufig nur viele Bekannte und können nicht auf langfristige Freundschaften oder länger andauernde Beziehungen zurückblicken.

Es wird schon in der Kennenlernphase Distanz gehalten

Menschen mit Bindungsangst möchten enge Beziehungen zu anderen Personen vermeiden. Sollte es daher (beispielsweise in der Dating-Phase) dazu kommen, dass es mit einer potenziellen Partnerin oder einem potenziellen Partner ernster wird, geht die Person mit Bindungsangst oftmals auf Distanz. Das kann beinhalten, dass seltener / gar nicht mehr auf Nachrichten geantwortet wird und persönliche Treffen kurzfristig abgesagt werden.

Man schmiedet keine Pläne für die Zukunft mit einer anderen Person

Wie bereits erwähnt gehen Menschen mit Bindungsangst in der Regel keine längerfristigen Bindungen ein. Gerade dann, wenn man als Paar zum Beispiel den Umzug in die erste gemeinsame Wohnung plant oder über die Familiengründung spricht, kann es der Person mit Bindungsangst schnell zu viel werden. Sie ergreift die Flucht und vermeidet es dadurch, dass konkrete Pläne für die Zukunft gemacht werden.

Es wird so gut wie möglich körperlicher Abstand gehalten

Körperliche Nähe wird von Menschen mit Bindungsangst tendenziell eher vermieden. Dies gelingt zum Beispiel dadurch, dass abends doch noch etwas anderes erledigt werden muss. Es gibt viele Ausreden, die in einer solchen Situation genutzt werden. Die Distanz ist auch hier für die Person mit Bindungsangst wichtig, um keine zu enge Bindung aufzubauen.

Wenn es ernst wird, ergreift man (häufig ohne Ankündigung) die Flucht

Wenn jemand bindungsängstlich ist, dann fürchtet er sich davor, enge Beziehungen einzugehen. Gerade dann, wenn es zum Beispiel in der Dating-Phase ernster wird, kann es schnell einmal dazu kommen, dass man die Flucht ergreift. Dies hängt oft damit zusammen, dass man sich selbst einen Grund dafür sucht, warum eine Beziehung einfach keine gute Idee wäre.

Menschliche Zuneigung wird in lockeren Affären / One-Night-Stands gefunden

Affären, One-Night-Stands und andere kurzfristige Bekanntschaften sind für eine Person mit Bindungsangst weniger bedrohlich. Das liegt daran, dass in solchen Situationen oft im Vorfeld klar ist, dass es sich um eine einmalige Sache handelt. Hier besteht folglich nicht die Gefahr, dass man sich längerfristig an einen bestimmten Menschen bindet.

Man verliebt sich in Menschen, die unerreichbar erscheinen

Manchmal neigt man dazu, dass man für Prominente, Influencer oder andere Menschen schwärmt. Diese Menschen sind für einen selbst häufig unerreichbar. Gerade Personen mit Bindungsangst neigen zu solchen Schwärmereien. Dadurch halten sie sich unterbewusst von funktionierenden Beziehungen fern, die in der Realität stattfinden könnten. 

Es gibt ein Machtgefälle in der Partnerschaft

Wenn eine Person mit Bindungsangst doch einmal eine Beziehung eingeht, dann ist diese häufig durch ein Machtgefälle gekennzeichnet. Das bedeutet, dass die Person mit Bindungsangst die Nähe und Distanz zum anderen bestimmt. Auch wird häufig selbstständig räumliche Distanz geschaffen, indem beispielsweise dem Hobby intensiv nachgegangen wird.

Erwartungen lösen in einem Druckgefühle und Widerstand aus

In einer Beziehung kommt es früher oder später dazu, dass man gegenüber der Partnerin oder dem Partner eigene Erwartungen äußert. Gerade für Personen mit Bindungsangst ist dies sehr schwierig. Erwartungen lösen dann ein starkes innerliches Druckgefühl aus, auf das häufig mit Widerstand reagiert wird. Die Wünsche der anderen Person bleiben dadurch unerfüllt.

Man hat das Gefühl nicht gut genug zu sein

Für Personen mit Bindungsangst spielt die Minderwertigkeit leider oft eine große Rolle. Sie reden sich ein, dass sie nicht gut genug sind. Dieses Gefühl wird auch auf die Beziehung übertragen und man hat den Eindruck, dass man nicht genug ist und dass die Partnerin oder der Partner jemand besseren verdient hat.

Man sucht nach einem Grund, der Beziehungen unmöglich zu machen scheint

Bindungsängstliche Menschen versuchen längerfristige Beziehungen möglichst zu vermeiden. Deshalb wird häufig schon dann, wenn man eine potenzielle Partnerin / einen potenziellen Partner kennenlernt, nach Gründen gesucht, die klar gegen eine Partnerschaft sprechen.

Man trägt eine gewisse Angst vor dem Scheitern in sich

Bindungsangst entsteht häufig dadurch, dass man in der Vergangenheit eine unschöne Trennung durchgemacht oder ein Familienmitglied früh verloren hat. Insbesondere in Bezug auf die Beziehung besteht deshalb auch häufig Angst davor, dass man erneut scheitert. Diese Angst ist oft wesentlich größer als der eigentliche Wunsch danach, erneut eine Beziehung einzugehen.

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Diese 5 Ursachen können hinter der Bindungsangst stecken

Nun habt ihr schon einmal erfahren, wie sich Bindungsangst im Alltag sowie im Rahmen einer Beziehung zeigen kann. Ungeklärt ist allerdings noch, warum Bindungsangst überhaupt entsteht. Auch hierfür stellen wir euch nachfolgend verschiedene Ursachen vor. Für euch ist es wichtig, die Ursache hinter der Bindungsangst zu kennen, damit ihr bei der Auflösung eurer Angst genau an diesem Punkt ansetzen könnt. Wie genau das funktioniert erfahrt ihr später.

Es gab einen Betrug in der Vergangenheit

Wenn man in einer früheren Beziehung betrogen wurde, dann sind dadurch viele emotionale Verletzungen entstanden, welche möglicherweise nicht richtig aufgearbeitet wurden. Dies kann dazu führen, dass man sich davor fürchtet, wieder eine enge Bindung zu einem anderen Menschen einzugehen, da man schließlich noch einmal hintergangen werden könnte. Um dieser Situation zu entfliehen und nicht noch einmal solche unguten Gefühle zu empfinden, versucht man schon frühzeitig, Distanz zu wahren und enge Bindungen - wie zum Beispiel in Form von einer Beziehung - zu vermeiden.

Man hat bereits negative Erfahrungen mit Beziehungen gemacht

Wenn man betrogen wurde oder eine Affäre ans Licht gekommen ist, dann ist dies selbstverständlich auch eine unschöne Erfahrung. Aber auch ständiger Stress, viel Streit und unerfüllte Bedürfnisse können dazu beitragen, dass man eine Bindungsangst entwickelt. Man trägt dann womöglich den Glaubenssatz in sich, dass es in Beziehungen nie richtig funktionieren kann. Um sich vor Streitigkeiten und anderen unschönen Vorfällen zu schützen, versucht man schon dann, wenn es ernster werden könnte, die Flucht zu ergreifen.

Man trägt traumatische Erlebnisse in sich

Es gibt verschiedene Arten von Traumata, die die Bindungsangst hervorrufen können. Wenn man beispielsweise als Kind von seinen Eltern misshandelt oder missbraucht wurde, dann kann das heute dazu führen, dass man keine engen Beziehungen eingehen kann, da das Trauma nie gelöst wurde. Hier besteht dann die Angst, dass es erneut zu den unschönen und prägenden Erlebnissen aus der Kindheit kommt. Die Bindungsangst erfüllt dann indirekt die Funktion, einen vor einem erneuten Vorfall zu schützen, auch wenn dieser natürlich gar nicht eintreten müsste.

Man ist von vielen unguten Glaubenssätzen umgeben

Glaubenssätze prägen unseren Alltag und können auch unser Verhalten beeinflussen. Wenn man beispielsweise in der Kindheit von seinem alleinerziehenden Vater gelernt hat, dass es Frauen mit einem nicht ernst meinen, dann kann das heute dazu führen, dass man nur sehr schlecht Vertrauen zu anderen Menschen fassen kann. Neben diesem Glaubenssatz gibt es eine ganze Reihe weiterer Annahmen, die einschränkend sein können und dazu führen, dass man längerfristige Beziehungen so gut wie möglich meidet.

Man hat in der Kindheit unschöne Erfahrungen gemacht

Die Kindheit kann uns in starkem Maße prägen und unser späteres Verhalten beeinflussen. Deshalb gibt es viele Beispiele für Situationen, die die Bindungsangst begünstigt haben könnten. Wenn man als kleines Kind zum Beispiel häufig von seinen Eltern eingeengt wurde, dann kann das Bindungsangst hervorrufen, da man in einer engen Beziehung nicht noch einmal so behandelt werden möchte. Wurde einem hingegen früher wenig Liebe entgegengebracht, dann kann auch das die Bindungsangst begünstigen, da man zum Beispiel den Glaubenssatz entwickelt, dass man keine Liebe verdient hätte.

Probleme und Folgen von Bindungsangst: Darum solltet ihr eure Angst überwinden!

Wenn man Bindungsangst hat, dann kann sich dies nicht nur für einen selbst, sondern auch für die möglicherweise bestehende Beziehung belastend zeigen. Wir erklären euch, warum das so ist.

Wenn man Schwierigkeiten damit hat, eine harmonische und glückliche Beziehung zu führen, dann löst das Unzufriedenheit in einem aus. Auch wenn man unterbewusst womöglich sogar den Wunsch danach hat, eine stabile Beziehung zu führen, sucht man immer wieder Gründe. die gegen dieses Bedürfnis sprechen und einen davon abhalten. Das führt dazu, dass man sich einsam fühlt. Das Gefühl von Einsamkeit entsteht einerseits dann, wenn man keine engeren und längerfristigen Beziehungen hat und eher oberflächliche Bekanntschaften pflegt. Das Gefühl, dass man keinen richtigen Rückzugsort hat, kann sehr belastend sein. Man kann sich andererseits aber auch alleine fühlen, wenn man eine Beziehung führt. Hier bezieht sich die Emotion dann eher darauf, dass man sich nicht so richtig auf die Partnerin oder den Partner einlassen kann und sich nicht rundum wohl fühlt. Wenn Bindungsangst den Alltag so stark beeinflusst, kann das zu andauernder Enttäuschung führen und oft kommt der Wunsch auf, seine Einsamkeit überwinden zu können.

Neben diesen bereits beschriebenen Herausforderungen können auch starke Basisgefühle bei den betroffenen Personen entstehen. Es kommt beispielsweise die Wut ins Spiel, weil man den Fehler bei sich selbst sucht und ihn nicht finden oder nachvollziehen kann. Ein Ausweg scheint dann vorerst nicht in Sicht zu sein. Dies löst Trauer und Angst in einem aus. Die Trauer entsteht beispielsweise deshalb, weil man sich eine Partnerin oder einen Partner wünscht. Die Angst kommt dadurch zustande, dass man befürchtet, man könne auch in der Zukunft keine glückliche Beziehung führen.

Auch wenn ihr euch gerade von Bindungsangst umgeben fühlt, muss dies kein Dauerzustand bleiben. Wir zeigen euch nachfolgend, wie ihr eure Ängste überwinden könnt.

Mann sitzt alleine auf dem Boden.

Bindungsangst überwinden in 6 einfachen Schritten

Ihr habt aus den vorherigen Abschnitten festgestellt, dass ihr bindungsängstlich seid? Ihr möchtet etwas an eurer aktuellen Situation ändern und dafür sorgen, dass ihr harmonische und längerfristige Beziehungen eingehen könnt? Dann seid ihr hier genau richtig! Wir stellen euch folglich sechs wirksame Schritte vor, durch die ihr die Ursachen hinter eurer Bindungsangst überwindet und wieder beziehungsfähig werdet!

Schritt 1: Erkennt, dass ihr eine Bindungsangst in euch tragt

Der erste Schritt mag für einige sehr banal klingen, allerdings ist er gar nicht so einfach wie er auf den ersten Blick zu sein scheint. An den Anzeichen, die wir euch ganz am Anfang dieses Artikels näher gebracht haben, könnt ihr schon einmal grob überprüfen, ob einige dieser Symptome auf euch zutreffen. Sollte dies der Fall sein, dann könnte es sein, dass ihr Bindungsangst habt. Allerdings ist es manchmal gar nicht so einfach, sich dies einzugestehen. Wenn ihr unsicher seid, ob die kurzfristigen Beziehungen in eurem Leben tatsächlich mit einer Angst zusammenhängen, dann könnt ihr hierfür eure Vergangenheit reflektieren. Habt ihr schon häufiger die Flucht ergriffen, wenn es ernst wurde? Tut ihr euch schwer mit Zukunftsplänen? Sprecht ihr ungern über eure Gefühle? Wenn ihr diese Fragen bejahen würdet, dann kann es sein, dass ihr schon länger mit Bindungsangst zu kämpfen habt. Führt euch hierbei auch vor Augen, dass es überhaupt nicht schlimm ist, wenn man eine solche Angst in sich trägt. Schließlich möchtet ihr gerade jetzt die Situation selbst in die Hand nehmen und etwas ändern. Das zeugt von innerer Stärke und dem Willen, dass man endlich eine glückliche Beziehung führen möchte.

Schritt 2: Findet die Ursache hinter der Bindungsangst

Die Ursache für die Bindungsangst zu finden, ist sehr wichtig, um danach - also bei der eigentlichen Auflösung der Bindungsangst - genau an diesem Punkt anzusetzen. Wenn ihr nach dem Auslöser suchen möchtet, könnt ihr hierfür zuerst einmal die möglichen Punkte durchgehen, welche wir euch bereits vorgestellt haben. Wo seht ihr Parallelen zu eurer Vergangenheit? Welche Vorfälle hat es möglicherweise in eurem Leben gegeben? Wenn ihr diese Fragen reflektiert und für euch beantwortet, könnt ihr den eigentlichen Grund zeitnah finden. Womöglich liegt der Ursprung in eurer ersten Beziehung, in der ihr leider von eurer Ex-Partnerin oder von eurem Ex-Partner betrogen worden seid. Oder die Ursache ist darin zu finden, dass ihr schon als Kind gelernt habt, dass Frauen / Männer nicht vertrauenswürdig sind und dass Partnerschaften scheitern.

Schritt 3: Löst emotionale Verletzungen auf

Wenn ihr die Ursache hinter der Bindungsangst gefunden habt, dann gilt es genau an diesem Punkt anzusetzen. Hierfür könnt ihr die SystemEmpowering Methode nutzen. Dafür geht ihr zuerst an den Punkt in eurer Vergangenheit zurück, an dem es mal gut war. Wenn die Ursache für die Bindungsangst in einem Betrug aus einer vorangegangenen Beziehung liegt, dann könnt ihr hier ansetzen. Nun geht es darum, die entstandene emotionale Verletzung aufzulösen. Dies gelingt dadurch, dass die verletzte Person (in diesem Fall also du) ihr Leid zeigt und die entstandene Trauer, Wut oder Angst anteilig an die andere beteiligte Person (in diesem Fall also an deine Ex-Partnerin oder deinen Ex-Partner) abgeben kann. Die verursachende Person sieht das Leid und kann die entstandenen unguten Gefühle anteilig annehmen. So wird die erste emotionale Verletzung gelöst. Dieser Ablauf kann folglich auch für die nachfolgend entstandenen emotionalen Verletzungen durchgeführt werden. Solltet ihr euch bei diesem Prozess Unterstützung wünschen, könnte auch ein Coaching passend sein, um eine nachhaltige Veränderungen zu generieren.

Schritt 4: Nehmt eine neue Haltung ein und stärkt euer Selbstbewusstsein

Sind die belastenden emotionalen Verletzungen gelöst, kann man daran arbeiten, eine neue Haltung einzunehmen. Das gelingt, indem beispielsweise negative Glaubenssätze überarbeitet werden. Wenn du bislang immer geglaubt hast, dass harmonische Beziehungen nicht funktionieren können, kannst du diese Annahme nun überarbeiten und durch einen positiven Glaubenssatz ersetzen. Die Festigung dieses Glaubenssatzes gelingt durch zwei Strategien. Einerseits kannst du vergangene Situationen reflektieren. Auch hier wirst du bereits feststellen, dass es doch ziemlich viele Menschen in deinem Umkreis gibt, die eine glückliche Beziehung führen oder geführt haben. Andererseits kann man sich auch im Alltag auf das Eintreten der neuen Glaubenssätze fokussieren. Wenn ihr eine neue Haltung eingenommen habt, dann ist es außerdem oftmals auch passend, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Dadurch können Minderwertigkeitsgefühle überwunden und die eigene Persönlichkeit gestärkt werden.

Schritt 5: Definiert eigene Wünsche, Bedürfnisse, Ziele und Werte für eure Beziehung

Wenn die Bindungsangst überwunden wurde, dann kann man sich nachfolgend genauer mit seinen persönlichen Wünschen, Bedürfnissen und Werten für eine Beziehung auseinandersetzen. Dieser Schritt ist sehr wichtig, damit man sich nicht wahllos in eine Partnerschaft stürzt, sondern genau weiß, was man sich tatsächlich wünscht. Für diesen Schritt könnt ihr gerne ein Notizbuch zur Hand nehmen und all die Punkte notieren, die euch einfallen. Wünscht ihr euch Geborgenheit, Sicherheit oder doch Freiheit? Möchtet ihr viele neue Orte erkunden, oder ist euch ein gesichertes Eigenheim wichtiger? Es gibt zahlreiche Fragen, die ihr in diesem Zusammenhang für euch beantworten könnt. Wenn ihr genau wisst, was ihr von einer Beziehung erwartet, könnt ihr dies auch direkt bei der Partnersuche berücksichtigen.

Schritt 6: Öffnet euch für eine Paartherapie

Nun sind alle Weichen gestellt und ihr könnt - wenn dies für euch stimmig ist und ihr euch bereit fühlt - mit der Partnersuche starten. Ihr habt nun die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Außerdem hält euch eure Bindungsangst nun nicht mehr zurück und ihr könnt ohne negative Gedanken oder andere Dinge, die euch innerlich zurückhalten, neue Kontakte knüpfen. Und wer weiß - vielleicht ist eure Traumfrau oder euer Traummann ja dabei? 

Unser Fazit

Bindungsangst kann den Alltag stark einschränken und dafür sorgen, dass man keine harmonische Beziehung führen kann bzw. die Partnerschaft von Streitigkeiten, Distanz und unguten Gefühlen geprägt ist. Doch das muss nicht sein! Wir haben euch in diesem Artikel gezeigt, wie Bindungsangst überhaupt entsteht und wie man diese lösen kann. Ihr könnt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung daher nutzen, damit ihr eure Ängste überwinden und endlich eine ausgeglichene und wohltuende Beziehung führen könnt. Solltet ihr euch bei diesem Prozess professionelle Unterstützung wünschen, könnt ihr euch gerne einmal auf unserer Website umsehen und prüfen, inwiefern ein Einzelcoaching oder ein Paarcoaching für euch in Frage kommt.

Wenn ihr gerne noch mehr zum Thema „glückliche Beziehung“ erfahren möchtet, dann schaut einfach mal auf unserer Website und in unserem Blog-Bereich vorbei. Dort sind wir beispielsweise auf merkwürdige Dating-Angewohnheiten eingegangen und zeigen euch, was sich hinter diesen Verhaltensweisen jeweils verbirgt. Außerdem könnt ihr mehr über das Nähe-Distanz-Problem in Beziehungen erfahren und lernen, wie ihr das richtige Maß an Nähe für euren Alltag findet. Solltet ihr momentan das Gefühl haben, dass euch noch andere Ängste umgeben, könnt ihr gerne auf unserer dazugehörigen Themenseite vorbeischauen. Dort erfahrt ihr, welche Ängste in Beziehungen besonders häufig auftreten und wie ihr diese wirksam auflösen könnt.

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