Drittes Kind in der Patchworkfamilie: Ja oder Nein?

liebevoll verfasst von 
Laura
veröffentlicht am 30. August 2021 in der Kategorie ,
in 6 Minuten lesen

Manchmal besteht bei den Eltern in einer Patchworkfamilie der Wunsch, noch ein Kind zu bekommen. Dieses Bedürfnis kommt oft dann zustande, wenn sie als Elternpaar gemeinsam ein Kind großziehen möchten. Dieses Baby hätte dann - im Vergleich zu den anderen Kindern der Patchworkfamilie - zwei leibliche Eltern.

In diesem Artikel möchten wir euch zeigen, welche Herausforderungen mit einem dritten Kind einhergehen können und wie ihr diese Herausforderungen meistern könnt. Dadurch helfen wir euch Schritt für Schritt bei der Frage, ob ein weiteres Kind für euch stimmig sein könnte.

Probleme: Diese Herausforderungen entstehen durch ein weiteres Kind

Ein weiteres Kind muss natürlich nicht immer Herausforderungen mit sich bringen. Häufig ist dies jedoch gerade in einer Patchworkfamilie der Fall, da ein neues Kind hinzukommt, dass den eingespielten Familienalltag auf den Kopf stellt.

In dieser Situation kann ein Baby beispielsweise für Eifersucht sorgen. Diese würde insbesondere von den übrigen Kindern ausgehen. Die Eifersucht könnte beispielsweise dann entstehen, wenn sich die Kinder davor fürchten, dass sie von ihren Eltern vernachlässigt werden. Womöglich kommt ihnen der Gedanke, dass sich die Eltern lieber um das gemeinsame, leibliche Kind kümmern und sie als Stiefkind weniger wichtig sind. Vielleicht fürchten sie sich in diesem Zusammenhang auch vor weniger Aufmerksamkeit und Wertschätzung. 

Gleichermaßen können natürlich auch Ängste bei den Eltern entstehen, die mit dem Gedanken spielen, ein weiteres Kind zu bekommen. Sie fragen sich womöglich, ob sie dieser Herausforderung gewachsen sind. Auch die Frage, ob man selbst ein gutes Elternpaar ist, steht in diesem Zusammenhang häufig im Raum. Vielleicht beschäftigt sie auch die Sorge, dass die etablierte Familienkostellation durch ein Baby ins Wanken gerät.

Neben diesen genannten Problemen können natürlich noch weitere Herausforderungen entstehen. Diese sind immer von eurer individuellen Familiensituation abhängig. 

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Folgen: Das kann aus der Entscheidung für ein weiteres Kind resultieren

Eine Geburt hat im ersten Moment viele positive Wirkungen. Diese sind jedoch ziemlich eindeutig und für jedes Elternpaar ersichtlich. Deshalb möchten wir uns in diesem Abschnitt eher auf die negativen Folgen konzentrieren, um euch auch diese im Detail aufzuzeigen. 

Die Familienstruktur wird beeinflusst

Ein Baby sorgt natürlich nicht nur bei den Eltern für eine Veränderung, sondern auch in der gesamten Familie. Das Familiengerüst, welches alle bis dahin gekannt und gelebt haben, wird auf den Kopf gestellt. Dabei kann es passieren, dass insbesondere die Kinder mit den neuen Abläufen und Routinen nicht mehr zufrieden sind oder das Gefühl haben, dass sich alles nur noch um das Baby dreht. Dies verletzt eine der wichtigsten Lebensregeln im SystemEmpowering und sorgt dafür, dass sich die Kinder womöglich nicht zugehörig fühlen, falls sie im Alltag tatsächlich immer wieder das Gefühl haben vernachlässigt zu werden.

Neue Konfliktthemen im Alltag

Mit einem Baby entstehen auch neue Abläufe im Alltag. Diese können wiederum für Streitigkeiten und Konflikte sorgen. Vielleicht fühlt ihr euch von den zusätzlichen Aufgaben überfordert oder wisst nicht genau, wie ihr Arbeit und Familie unter einen Hut bekommt. Diese anfängliche Unsicherheit ist ganz normal. Trotzdem solltet ihr als Familie von Anfang an daran arbeiten. Ansonsten stauen sich die damit einhergehenden Unstimmigkeiten immer weiter auf und führen langfristig zu Unzufriedenheit, Wut und Ärger.

Ablehnung durch die anderen Kinder

Die Kinder, die ihr aus einer früheren Beziehung mit in eure Patchworkfamilie gebracht habt, sollten nach einer Geburt nicht vernachlässigt werden. Ansonsten könnten sie den Eindruck bekommen, dass nur das Baby wichtig ist und dass sie selbst nun an einer anderen Position stehen. Das könnte langfristig in der Familie auch dafür sorgen, dass sich die Kinder nicht in den Alltag einbringen und das neue Kind ablehnen. Auch dieses hätte - falls diese Situation andauert - irgendwann den Eindruck, dass es nicht erwünscht ist und nicht akzeptiert wird.

Ein kleines Kind lernt zu Laufen.

Lösungen: So könnt ihr euch möglichen Problemen stellen

Ein drittes Baby in einer Patchworkfamilie kann verschiedene Herausforderungen mit sich bringen. An dieser Stelle möchten wir jedoch noch einmal betonen, dass eine Geburt natürlich keineswegs nur schlechte Seiten an sich hat. Ein Baby zu bekommen ist ein wunderschöner Moment im Leben eines Paares und stellt auch für die gesamte Familie eine Bereicherung dar. Trotzdem stellt eine Geburt auch den Beginn einer neuen Lebensphase dar und sollte daher nicht unterschätzt werden. Daher haben wir euch exemplarisch ein paar Probleme und Folgen erläutert, die mit dieser Entscheidung einhergehen können. In diesem Abschnitt möchten wir euch nun ein paar Impulse und Tipps mit auf den Weg geben, durch die ihr euch der Entscheidung für oder gegen ein Baby nähert.

Sprecht in Ruhe über diesen Schritt

Die Entscheidung für ein Baby sollte nicht von heute auf morgen fallen. Gerade dann, wenn ihr bereits die Verantwortung für Kinder tragt, solltet ihr euch Gedanken darüber machen, ob ihr genug Zeit und Energie habt, um euch um ein weiteres Kind zu kümmern. Zusätzlich solltet ihr beachten, dass ihr beide die früheren Systeme - bestehend aus einem Elternteil und dem dazugehörigen Kind - anerkennt. Zwar bildet ihr als Patchworkfamilie nun ein neues System, jedoch sollte euren leiblichen Kindern vermittelt werden, dass sie für ihren Elternteil wichtiger sind als der neue Partner. Nur so ist es möglich, dass ein neues System aus Mutter, Vater und Kind entsteht, das auf gegenseitiger Wertschätzung beruht.

Ein Baby erfordert außerdem viel Liebe und Geduld. Deshalb kann es sehr passend sein, wenn ihr euch in mehreren Gesprächen über die mit einem Baby einhergehenden Herausforderungen austauscht. Ihr könnt gemeinsam überlegen, welchen Dingen ihr euch womöglich stellen müsst und wie ihr diese löst. Dadurch erhaltet ihr von vorn herein einen sehr guten Überblick über die Situation und könnt sie besser einschätzen.

Die eigenen Kinder einbeziehen

Je nachdem, in welchem Alter sich eure Kinder momentan befinden, können auch sie mit in diesen Themenbereich einbezogen werden. Hierbei wäre es zum Beispiel passend, wenn ihr mit ihnen die aktuelle Situation reflektiert. Das gibt euren Kindern die Chance Ängste und Sorgen zu äußern, welche womöglich mit der Geburt einhergehen könnten. Eure Kinder fühlen sich dadurch zugehörig und haben nicht das Gefühl, dass ihr sie nicht einbezieht. Außerdem wisst ihr von vorn herein, was eure Kinder über dieses Thema denken. Solltet ihr euch am Ende für die Geburt entscheiden, könnt ihr noch besser auf eure anderen Kinder eingehen und ihre Bedürfnisse erfüllen.

Als Paar den ÖkoCheck machen

Der ÖkoCheck ist ein wichtiges Tool im SystemEmpowering. Ihr könnt dadurch lernen, was das positive am Hier und Jetzt ist und was ihr tun, lernen oder verändern könnt, um diese positiven Dinge zu erhalten. Zusätzlich überlegt ihr, welche negativen Konsequenzen durch die Entscheidung für ein Baby in Zukunft eintreten können. Auch hier stellt ihr anschließend wieder die Frage, was getan werden kann, um diese negativen Konsequenzen aus dem Weg zu räumen. Durch die Arbeit mit dem Ökocheck werdet ihr euch über eure Situation bewusst und könnt euch mit positiven sowie negativen Konsequenzen auseinandersetzen. Außerdem hinterfragt ihr eure Gefühle und Emotionen und trefft dadurch schlussendlich eine stimmige Entscheidung.

Die finale Entscheidung: Möchtet ihr ein drittes Kind?

In den vorherigen Abschnitten haben wir versucht für euch die verschiedenen Facetten eines weiteren Babys in der Patchworkfamilie aufzuzeigen. Ob ihr euch am Ende für oder gegen ein weiteres Kind entscheidet, ist natürlich ganz alleine eure Sache und eine sehr subjektive Entscheidung. 

Ein drittes Kind ist dann passend, wenn ihr den tiefen Wunsch nach einem Baby und damit einem weiteren Familienmitglied habt. Aus unserer Sicht ist es zusätzlich auch förderlich, wenn ihr in einem sicheren und stabilen Familiengefüge lebt und alle ein gutes Verhältnis zueinander habt. Außerdem solltet ihr euch vorab mit den möglicherweise auftretenden negativen Konsequenzen auseinandersetzen. Hier ist es passend, wenn ihr auch über Lösungsansätze nachdenkt, durch die ihr diese Herausforderungen meistern könnt.

Im Gegensatz dazu empfehlen wir, dass ihr eure Entscheidung noch einmal überdenkt, wenn ihr momentan viele Unsicherheiten in eurem Alltag verspürt. Falls ihr beispielsweise unsicher seid, ob ihr als richtiges Elternpaar funktioniert, könnte es passend sein, vorab über geeignete Routinen und Erziehungsmaßnahmen zu sprechen. Wenn für euch momentan außerdem eher der Beruf oder andere Lebensziele im Vordergrund stehen, könnte ein Kind euch bei der Erfüllung dieser Ziele beeinträchtigen. In so einer Situation besteht die Möglichkeit, dass ihr euch vorerst auf einen Wunsch fokussiert.

Unser Fazit

Die Entscheidung für oder gegen ein Baby in der Patchworkfamilie ist oft mit vielen offenen Fragen verbunden. Daher sollte man sich auch genug Zeit nehmen, bis man sich final für oder gegen ein weiteres Kind entscheidet. Manchmal kann in dieser Situation außerdem eine Familientherapie passend sein, um identifizierte negative Konsequenzen aufzulösen und dadurch auch als Patchworkfamilie noch näher zusammenzuwachsen.

Falls ihr gerne noch mehr über einen harmonischen Familienalltag erfahren möchtet, dann schaut doch mal bei unserem Podcast vorbei. In der Folge „Eure Kinder verursachen Stress? So rettet ihr euren Familienalltag!“ zeigen wir euch zum Beispiel, wie ihr Stress im Familienalltag reduziert. Wenn euch momentan eher das Thema „Work-Life-Balance“ beschäftigt, dann findet ihr vielleicht in diesem Artikel ein paar hilfreiche Tipps für euren Alltag.

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