Podcast: Warum halte ich an einer Beziehung fest, die mir nicht gut tut?

liebevoll verfasst von 
Florian
veröffentlicht am 11. November 2020 in der Kategorie ,
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Wir nennen euch mögliche Gründe!

Eine Beziehung, in der man sich nicht mehr wohl fühlt, nur noch unglücklich ist, kann einen sehr einschränken. Was auch immer dazu geführt hat - man merkt, dass es nicht gesund ist und man einfach nicht mehr zufrieden ist.

Nun steht man vor der Frage, ob es so weitergehen kann oder man sich nur krampfartig an etwas klammert, was einen eigentlich dauerhaft runterzieht. Und warum hält man überhaupt an etwas fest, was einem eindeutig nicht gut tut?

Es kann verschiedene Gründe haben, warum man sich nicht trennen will. Womöglich fürchtet man sich auch schlichtweg davor zukünftig getrennte Wege zu gehen oder die Trennung verarbeiten zu müssen.

In dieser Podcast-Folge möchten wir euch diejenigen Gründe erklären, weshalb man manchmal noch immer an einer Beziehung festhält, obwohl sie einem nicht gut tut.

Ihr findet das Thema „Beziehung retten“ spannend und möchtet mehr darüber herausfinden? Dann hört euch gerne die anderen Podcasts von uns zu diesem Thema an. In unserer letzten Folge könnt ihr zum Beispiel erfahren, warum eine Beziehungspause allein keine Lösung sein kann, wenn man seine Beziehung retten möchte. Solltet ihr mehr zum Thema "Trennung" erfahren wollen, dann könnt ihr in unserem Beitrag Trennung nach Abtreibung erfahren, wie man mit genau so einer Situation am besten umgeht. Seht euch auch gerne auf unserer Website www.lebensidealisten.de um. Auch dort haben wir das Thema ausführlich behandelt 🙂

Unterhalb findet ihr das Transkript dieser Folge.

Herzlich Willkommen zu einer weiteren Podcast-Folge der Lebensidealisten! Mein Name ist Florian, ich bin Ina, wir beide sind Paartherapeuten und coachen täglich Paare heraus aus der Beziehungskrise hin zu einer glücklichen und harmonischen Beziehung. Und wir haben ja in den letzten Podcast folgen über das Thema „Beziehung retten“ als Oberthema gesprochen und heute soll es darum gehen, das wir einmal darüber sprechen wollen: „Warum halte ich krampfhaft an einer Beziehung fest, die mir nicht gut tut?“. Also warum man, wenn man in einer toxischen Beziehung lebt, daran noch festhält. Was könnten die Gründe sein?

Also ich finde „toxisch“ immer schon sehr drastisch, ja das hört sich immer schon sehr krankhaft an. Toxisch, wie Gift. Aber manchmal fühlt sich das gar nicht so extrem an, wenn man in der Situation drinsteckt. Aber man würde es eigentlich schon als solche bezeichnen. Oft erleben wir halt, dass Menschen an einer Beziehung festhalten die, sie unglücklich macht. Und dann fragt man sich natürlich auch allgemein, warum ist das so? Warum bleiben diese beiden Menschen, die sich selber nicht gut tun, in einer Beziehung? Da haben wir 4 große Punkte rausgesucht, die typischerweise die Ursache dafür sind, dass die Paare an einer Beziehung festhalten, obwohl vielleicht klar ist, dass es besser wäre, sich zu trennen. Oder vielleicht ist es auch nicht ganz klar. Aber wir wollen die gerne vorstellen. 

Finanzielle Verpflichtungen, Kinder und der soziale Status

Vielleicht magst du den ersten und wichtigsten Punkt einmal vorstellen. Also ein sehr großer Punkt sind natürlich finanzielle Verpflichtungen und Kinder. Das ist so der Brocken, der extrem häufig genannt wird in diesem Zusammenhang. Also typischerweise, das eine finanzielle Verpflichtung besteht im Sinne von einem Haus, das abbezahlt werden möchte, man seinen Lebensstandard auf zwei Personen ausgerichtet hat, und wenn man diese Beziehung verlassen würde, würde man alleine sein. Das heißt auch, für sich alleine sorgen. Und das heißt natürlich auch vielleicht den Lebensstandard nicht halten zu können, den man sich aufgebaut hat. Und auch umzuziehen, weil meistens ja, wenn man ein Haus hat und ein Abtrag hat, das kaum einer alleine stemmen kann oder nur sehr schwierig. Das ist für viele Menschen wirklich ein Punkt, der richtig Bauchschmerzen macht. Man denkt, diese große Veränderung im Leben, diese finanziellen Verpflichtungen, die ich dann alleine tragen muss, macht einfach sehr große Bauchschmerzen.

Und der zweite Punkt, der natürlich auch häufig genannt wird, sind Kinder. Weil man natürlich, wenn man eine Beziehung verlässt oder wenn eine Partnerschaft zu Ende geht und da sind Kinder mit bei, man auch die Verantwortung für die Kinder in dem Moment vielleicht alleine trägt. ne Also das einer alleinerziehend wird. Aber auch die Angst, wie sage ich es den Kindern, was für Gefühle können bei den Kindern hervorkommen, wie kann ich so eine Zeit durchstehen, wie kann ich die Gefühle meiner Kinder begleiten. Ganz viel Unsicherheit, ganz viel Angst auch, dass da Wut entstehen kann. Gerade wenn man selber merkt, dass der Partner einem nicht gut tut. Wie kann ich aber als starker Vater, als starke Mutter meinen Kindern gegenüber treten und dem Menschen, mit denen ich zusammen war, nicht schlecht dastehen lassen. Damit ich als Eltern noch ein starkes Elternpaar sein kann den Kindern gegenüber. Viel Veränderung, die halt eintritt, wenn eine Beziehung zu Ende geht. 

Voralledem macht das nicht nur was im Innen, sondern auch im Außen. Nämlich im Außen geht es vielen dann noch um den sozialen Status, der einhergeht. Vorher war man vielleicht nach außen die zufriedene Familie, weil doch die meisten ja nicht ins Innenleben der Familie reingucken können. Im außen sieht man zwei schöne Autos, ein Haus mit schönem Vorgarten, alles gepflegt, eine schöne Familienkonstellation, haben zwei Kinder… So dieses Wunschbild, was wir doch häufig haben. Viele Freundschaften, die natürlich auch darauf aufgebaut sind, dass das andere Paare sind, auch mit Kindern und so weiter. Für viele geht dann ein solcher sozialer Status verloren. Was du schon sagtest: Auf einmal steht da alleinerziehend. Und gerade im geschäftlichen Rahmen: Wenn man auf dem Dorf wohnt oder in einer kleinen Stadt, wo es dann doch darauf ankommt, wie man lebt oder dass da Menschen um einen herum leben, die dies gerne bewerten, ist das ein großer Schritt. Also die Angst, was andere denken. Ja genau, und das andere das bewerten könnten einfach auch. Und das es wieder vielleicht auf die Kinder zurückfällt. 

Ökologie-Check zum Treffen einer stimmigen Entscheidung

Da ist natürlich die Frage „Wie löst man das?“ sehr spannend. Wie kommt man da raus? Und ich glaube da ist ganz wichtig für sich selber ehrlich zu sein. Also zu sich selber auch ehrlich zu sein und die richtigen Prioritäten zu setzen. Also zu schauen, möchte ich die nächsten 15 bis 20 Jahre in einer WG vielleicht leben und das alles aufrechterhalten? Was macht das vielleicht auch für die Kinder? Was macht das für uns? Da kommt eigentlich das Thema Ökologie-Check, was wir auch nochmal aufgreifen werden auch hervor. Da geht es darum durch ein bestimmtes Verfahren herauszufinden, ist die Entscheidung mich aus einer Beziehung zu lösen oder aus der Ehe zu lösen, ist das ökologisch, fühlt sich das gut an? Und da geht es auch noch mal darum, welche negativen Konsequenzen entstehen? Und was kann ich dagegen tun, damit diese negativen Konsequenzen nicht eintreten?

Ökologie-Check bei finanziellen Verpflichtungen

Und bei finanziellen Verpflichtungen geht es darum, natürlich das einmal für sich Durchzurechnen, einmal einen Überblick zu haben. Da auch zu überlegen, wie kann ich damit aktiv umgehen, welche Möglichkeiten habe ich, welche Förderung könnte ich bekommen? Also das ist ja so auf sehr rationale Ebene zu klären. 

Ökologie-Check zur Beurteilung der Situation mit den Kindern

Bei Kindern geht es darum sich zu überlegen, was für Konsequenzen hat das für die Kinder und wie können wir als Elternpaar die Konsequenzen für die Kinder klein halten? Indem wir Sicherheit schaffen, indem wir uns bewusst sind, dass es für Kinder und das ist für viele Paare manchmal schwer anzunehmen: Kinder brauchen kein Liebespaar. Das ist sozusagen on top. Sie brauchen ein starkes Elternpaar! Also für Kinder ist es wichtig, dass beide Verantwortung in der Erziehung gerne übernehmen möchten, dass sie Spaß daran haben sich mit den Kindern zu beschäftigen, dass da eine gewisse Grundstimmung zwischen Eltern herrscht, die anerkennend und wertschätzend ist. Aber dieses Liebespaar, das brauchen Kinder nicht. Es ist schön, wenn es da ist.

Ich glaube man stellt sich häufig eine Frage nicht oder viele Paare stellen sich eine Frage nicht, vielleicht auch aus Angst vor der Antwort oder weil man es nicht sehen möchte: Was passiert denn mit den Kindern, wenn man sich eben nicht trennt? Also was lernen die Kinder für eine Beziehung kennen? Man muss ganz klar sagen, Kinder lernen wie man Beziehungen führt, wie man mit Konflikten umgeht, wie man sich mit Gefühlen auseinandersetzt, wie man Erwartung ausspricht, all diese ganzen Dinge lernen Kinder von den Eltern. 

Die Frage ist, was lernen die Kinder, wie lernen die Kinder wie Beziehungen funktionieren, wenn Eltern ein WG-Konstrukt vielleicht leben aus Angst vor finanziellen Verpflichtungen, aus Angst vor sozialem Status, aus Angst die Kinder zu enttäuschen. Kinder spüren das. Oft berichten Kinder ja auch und sagen: „Es hätte mir eigentlich gut getan, wenn meine Eltern sich getrennt hätten.“ Weil die ersten Bindungspartner, die Eltern, zeigen den Kindern auch, wie man eine Beziehung führt. Und das ist dann im späteren Verlauf, wenn Kinder nie gelernt haben und nie gesehen haben wie eine liebevolle Beziehung laufen kann, wie sollen sie später im Leben zu anderen Menschen eine liebevolle Bindung aufbauen? Das ist sehr schwierig. 

Das finde ich sehr spannend, also das berichten auch sehr viele, da überlegt mal und denkt man eure eigene Kindheit zurück: Wie viele Situationen gibt es, wo ihr etwas über die Eltern erfahren habt oder Streitigkeiten der Eltern erlebt habt oder auch andere Dinge, was eure Eltern gar nicht wissen? Also wo eure Eltern gar nicht wissen, dass ihr als kleines Mädchen, kleiner Junge hinter der Tür standet und genau gehört habt was da passiert, was das bei euch ausgelöst habt (Unsicherheit, Ängste). Es funktioniert meistens nicht, diese Themen von den Kindern fernzuhalten. Auch wenn man sich das noch so vornimmt und das noch so gut plant. 

Also erster großer Punkt, eigentlich drei Punkte in einen gepackt. Aber erster großer Punkt: Finanzielle Verpflichtungen, Kinder und der soziale Status, der verloren geht, wenn man sich trennt.

Sehnsucht nach der Zeit, zu der noch alles gut war

Der zweite Punkt, der zweite Grund sozusagen, warum man an der Beziehung festhält, ist, dass man so eine Sehnsucht nach der Zeit hat, wo er noch alles gut war. Man denkt ja, man kennt den Menschen auch noch anders. Und auch für Freunde und Familie sagen: „Trenn‘ dich lieber, das tut dir nicht gut“, da hat man das Gefühl auch in so eine Rechtfertigungsrolle zukommen, zu sagen „ja, aber ich weiß derjenige war ja früher mal anders“. Man sehnt sich an die Zeit zurück vor den Konflikten, wo es vielleicht noch harmonisch war, wo man noch ein stimmiges Gefühl hatte in der Partnerschaft. Man möchte unbedingt an diese Zeit anknüpfen.

Aber es ist natürlich schwierig. Diese Zeit wird nicht einfach so wiederkommen. Hoffnung alleine, dass die Krise bald vorbeigeht, reicht nicht. Die Krise ist durch irgendwas verursacht worden und man braucht dann auch einen klaren Prozess, einen klaren Ablauf. Wie kann man an die Themen herangehen, die zu den aktuellen Gefühlen geführt haben und wie kann man das lösen? Also Hoffnung alleine reicht da nicht.

Ängste und Sorgen

Der dritte Punkt ist auch ein ganz wichtiger, das sind nämlich Ängste. Ängste davor, den Partner zu verlieren, einsam zu sein, häufig auch als Verlustangst betitelt. Was auch häufig die Ursache von einem ja eher schwach ausgeprägten Selbstvertrauen ist, aber auch andere Ereignisse im Leben vorher dazu geführt haben können, dass man eine Verlustangst hat beziehungsweise Angst davor hat, einsam zu sein. 

Ein Beispiel aus der Paartherapie bei den Lebensidealisten

Da erinnere ich mich sofort an unseren ersten Podcast zurück. Da wollten wir von einem Paar berichten, was wir dann mangels Zeit nicht gemacht haben. Und dieses Paar passt in dieses Beispiel eigentlich wunderbar hinein, denn da ging es darum, dass sie sich fremdverliebt hat und sich auch entschieden hat, sich zu trennen. Das ein Paar kam zu uns und die Trennung war entschieden. Es ging also um ein Trennungscoaching und es ging darum, dass er die Trennung wahrhaben kann, dass er die Trennung annimmt. Und am Ende ging es auch darum natürlich, ein starkes Elternpaar für die Kinder zu bleiben. Ein Kind war es. Das war ganz wichtig. Und er hatte eine sehr starke Verlustangst und hatte auch sehr große Angst davor, einsam zu sein, allein zu sein. Er ist selbst auch Scheidungskind gewesen, daher war da die Prägung auch sehr stark. Da ist auch so eine - wir haben uns im Coaching damals gehabt - so eine Symbiose zwischen den beiden. Die haben sich beide als beste Freunde bezeichnet, obwohl sie nun ja im Trennungsprozess waren. Also sie haben eine enge Verbundenheit noch gespürt, haben aber auch beide gesagt: „Nein, irgendwie ist es ja nicht die Liebesbeziehung, die die verbindet“. 

Da nochmal die Überlegung: Wer ist dafür verantwortlich dass ich glücklich bin? Viele Paare können sich nicht trennen, weil sie denn das Gefühl haben, sie sind ohne den anderen nicht mehr komplett. Der Gegenpart fehlt einfach. Derjenige, der ja eigentlich für mein Glück zuständig war oder auch ich selber kann den anderen nicht verlassen, weil meine Aufgabe ist es, den anderen glücklich zu machen. Das ist immer das gefährliche, was dann entstehen kann. Abhängigkeiten in einer Beziehung aufgrund des Gefühls, dass man den anderen selber zu seinem Leben braucht oder auch den anderen glücklich zu machen. Die Sprüche, die man ja auch überall gerne liest: „Ich kann ohne dich nicht leben“ oder „Du machst mein Leben komplett“. Eine Abhängigkeit, die da immer so mitschwingt. Ees gibt noch ganz viele andere Sprüche, die fallen mir jetzt gerade nicht ein.

Das Entscheidende bei diesem Paar war einfach - und das ist das eigentlich der Punkt, um den es geht - dass ihm auch schon vom Kopf her, vom Denken her klar war, dass eine Trennung ein guter Weg sein wird, dass die beiden auch wunderbar miteinander klarkommen werden, weil sie letztendlich keinen konkreten Streit oder Konflikt hatten. Aber einfach das Basisgefühl, nämlich die Ängste, die da aus dem Basisgefühl hochgekommen sind, ihm diesen Weg versperrt haben. Also er hätte alles dafür getan, dass diese Beziehung hält, auch wenn eigentlich sein Denken schon sagt: Die Trennung ist eigentlich ein guter Weg. Da war es halt im Einzelcoaching wichtig die die Verlustangst aus der Kindheit zu lösen, die Angst davor einsam zu sein zu lösen und das Selbstvertrauen aufzubauen, sodass er sich zutraut alleine leben zu können, dass er sich zutraut auch irgendwann wieder eine neue Partnerin zu finden. Da einfach diese Zuversicht und das Urvertrauen gewinnt, denn das ist das, was von Eltern gebraucht wird. Dass wir in unserer Kindheit Urvertrauen und Sicherheit aufbauen, daraus resultiert Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Das haben wir für ihn wiederhergestellt, dieses Urvertrauen: Alles wird gut werden, auch wenn ich alleine bin kriege ich mein Leben in den Griff.

Das wollten wir eigentlich im zweiten Podcast mit einbringen, jetzt haben wir es im vierten gemacht - auch super. Das passte perfekt zu diesem Beispiel. 

Also die Beziehung muss nicht immer extrem toxisch sein, warum sich Menschen aus einer Beziehung nicht lösen können. Das war ja bei dem Beispiel jetzt auch nicht, dass sie sich gegenüber extrem schlechte Gefühle zugefügt haben. Sondern es gibt einfach Gründe, warum Menschen einfach aufgrund ihrer innerlichen Prägung sich nicht lösen können.

Die eigene Kindheit

Den letzten Punkt haben wir noch und da ist dann die die eigene Kindheit ein auslösender Faktor dafür, dass man sich nicht trennen mag. Wenn man in der eigenen Kindheit vielleicht nicht ausreichend viel Liebe und Anerkennung erhalten hat, muss das nicht unbedingt bedeutet, dass man eine schlechte Kindheit hatte. Aber wir brauchen halt sehr viel Liebe und Anerkennung und wenn das für uns, in unserem Empfinden nicht gereicht hat, dann kann das sein, dass wir aus der Kindheit mit einem gewissen Mangelgefühl von Liebe und Anerkennung rausgehen und dass ein Partner das dann für uns erfüllen soll. 

Der Partner, der hat eine ganz große Aufgabe, denn der ist einerseits für die Liebe und Anerkennung aus dieser partnerschaftlichen Rolle zuständig, aber soll auch gleichzeitig noch diesen Mangel, der durch die Eltern entstanden ist (was alles in guter Absicht war, die Eltern haben alles gegeben was sie konnten, haben in bester Absicht und in allen ihren Ressourcen gehandelt, aber trotzdem hat es nicht ganz gereicht) und das soll der Partner nun auffüllen. Das ist eine Aufgabe, die nicht erfüllt werden kann. Die einfach so groß ist und auch an den falschen Adressaten geraten ist. 

Das macht es dann halt super schwer, sich zu trennen. Also aus Sicht der Person, die noch diesen Mangel hat von den Eltern. Denn man würde sich dann nicht nur „von einem Partner“ trennen, sondern auch Anteile der Liebe und Anerkennung, die einmal den Eltern fehlte, auch gleich mit abgeben. Das heißt, man trennt sich dann von so viel mehr Liebe und Anerkennung als einfach nur von einem Partner käme. Das kann dazu führen, dass man halt in einer Beziehung bleibt, die einem eigentlich nicht gut tut. Aber dieser Verlust fühlt sich dann so stark und so groß an, dass man es einfach nicht machen kann. Auch das wäre ein Fall dafür, wie in dem Beispiel davor. Davor was es Urvertrauen und Sicherheit, die wiederhergestellt werden musste, um diese Verlustangst und das etwas zu schwache Selbstvertrauen aufzubauen. In diesem Beispiel geht es um Liebe und Anerkennung. Hier geht es darum Liebe und Anerkennung zu den Eltern im inneren Bild wiederherzustellen und in diesem Prozess dafür zu sorgen, dass der Partner dafür nicht mehr zuständig ist. So dass dann, gelöst von dieser Abhängigkeit, die entstanden ist, anders betrachtet werden kann, ob man sich trennen möchte oder nicht.

Tipps für eine harmonische Trennung

Also eine Trennung ist natürlich immer ein großer Berg, der einem bevorsteht. Viele Entscheidungen, die getroffen werden müssten. Viele Handlungsweisen, die gut reflektiert und bedacht sein müssen. Und manchmal hilft es da einfach sich Hilfe von einer neutralen dritten Person zu holen. Das kann ein Weg sein. Oder halt auch im ersten Schritt einmal die Gedanken aufzuschreiben, einmal die Sorgen aufzuschreiben, um auch für sich vielleicht mal zu reflektieren: Was sind wirklich die Gründe, die mich von einer Trennung abhalten? Was kann ich aktiv tun, damit die negativen Konsequenzen für mich nicht so groß sind? Wo kann ich mir Hilfe holen? Was kann ich vielleicht noch umstellen? Was auch immer, damit der Berg nicht immer grösser wird, sondern überschaubar bleibt. 

Unser Fazit

Also zusammengefasst nochmal: finanzielle Verpflichtungen, Kinder und auch sozialer Status. Dann, das zweite war die Sehnsucht nach der Zeit, wo es mal gut war, verbunden mit der Hoffnung „die Krise könnte auch irgendwie wieder vorbeigehen, von alleine“. Ängste einsam zu sein, Verlustangst, Partner zu verlieren. Letzter Punkt war Ausgleich durch den Partner von Liebe und Anerkennung, die bei den Eltern fehlte und dadurch ist man in eine Abhängigkeit geraten. Das waren die vier Punkte, die aus unserer Erfahrungswelt am häufigsten dazu führen, dass man an einer Beziehung festhält, die einem eigentlich nicht mehr gut tut.

Wir hoffen, ihr konnte da viel Mehrwert für euch mitnehmen und habt Impulse für euch bekommen. Wenn ihr euch selbst in so einer Situation fühlt, könnt ihr natürlich gerne uns schreiben. Gerne helfen wir euch aus der Situation heraus. Und allen anderen hilft es hoffentlich dabei, gar nicht erst in so eine Situation hineinzugeraten und mit diesem ganzen Input zu wissen, was für euch gebraucht wird, um ausgeglichen kraftvoll genug zu sein gute Beziehungen zu führen. Wir freuen uns über Feedback von euch und hören uns das nächste Mal. Tschüss, bis bald!

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