Podcast: Wann ist es zu spät, um eure Beziehung zu retten?

liebevoll verfasst von 
Florian
veröffentlicht am 29. Oktober 2020 in der Kategorie 
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Wann kann eine Beziehung noch gerettet werden? Und wann ist es schon zu spät, so dass keine Lösung mehr gefunden werden kann und eine Trennung der nächste Schritt ist?

In dieser Folge unseres Podcasts skizzieren wir drei Fallbeispiele mit jeweils ganz individuellen Paaren. Bei allen Paaren haben sich über die Jahre ganz unterschiedliche Probleme und Konflikte entwickelt, die den gemeinsamen Alltag prägen.

Neben einer bereits vergangenen Affäre oder einer negativen Kommunikation greifen wir auch Konfliktthemen wie fehlende gemeinsame Zeit, unausgesprochene Erwartungen und eine mangelnde Work-Life-Balance auf.

Nach der Darstellung der jeweiligen Situation zeigen wir, inwiefern bei dem Paar weiterhin die Chance besteht, dass es die Beziehung retten kann.

Wodurch erkennt man, dass es noch einen Weg aus der Krise gibt? Welche Signale zeigen, dass eine Trennung die passendere Lösung für beide Partner sein könnte? All dies verraten wir euch in dieser Folge, also bleibt dran! 🙂

Hier könnt ihr mehr zum Thema "Beziehung retten oder beenden" erfahren: https://www.lebensidealisten.de/blog/beziehung-retten-oder-beenden-diese-tipps-helfen-euch/

Unterhalb findet ihr das Transkript dieser Folge.

Herzlich Willkommen zu einem weiteren Podcast der Lebensidealisten! Mein Name ist Florian, ich bin Ina und wir beide sind Paartherapeuten und coachen täglich Paare heraus aus der Krise hin zu einer glücklichen Beziehung. Wir haben ja im letzten Podcast über das Thema „Beziehung retten“ gesprochen und jetzt haben wir uns überlegt, einmal auf die Frage einzugehen: „Wann ist es zu spät, um eine Beziehung zu retten?“. Also wann lohnt es sich noch eine Beziehung weiterzuführen und wann sollte man sich vielleicht trennen? Und wir haben gedacht wir machen das mal anhand von drei Beispielen, also drei Paarsituationen mit Problemen und analysieren das einfach mal. 

Willst du mal mit dem ersten anfangen? Ja, ich fang mit dem ersten an. Kurzer Disclaimer sozusagen: Die Situation, die können bei uns in Wirklichkeit vorgekommen sein, die können aus Büchern oder Foren entnommen sein, erdacht sein. In jedem Fall ist das ganze anonymisiert. Also unser erstes Paar heißt hier Mia und Max, das mag sein, dass es die vielleicht in echt bei uns gegeben hat. Dann haben sie aber nicht Mia und Max geheißen. Also so, dass sich niemand, der zu uns ins Coaching kommen, Sorgen machen braucht, dass er hier irgendwie mal unter Klarnamen genannt wird.

Beispiel 1: Ungleichgewicht von Geben und Nehmen in der Beziehung

Mia und Max haben eine schwierige Work-Life-Balance. Max arbeitet sehr viel und findet wenig Zeit für Mia und dadurch entsteht ein Ungleichgewicht von Geben und Nehmen. Also Mia macht extrem viel im Haushalt und kümmert sich um die Kinder und in ihrem Gefühl zeigt Max ihr dafür wenig Dankbarkeit. 

Definition: Was ist das Ungleichgewicht von Geben und Nehmen?

Vielleicht nochmal ganz kurz: Ausgleich von Geben und Nehmen, das kennt vielleicht jeder so im Alltag auch - gerade in der Partnerschaft - ob sich das stimmig anfühlt, ob sich das gut anfühlt, wie die Aufgabenverteilung ist, oder ob der eine das Gefühl hat „ich mach alles“ (übertrieben gesagt) oder „der andere könnte sich mehr einbringen“. Paare haben häufig ein gutes Gefühl dafür bzw. können relativ schnell sagen, ob sich das bei denen stimmig anfühlt oder nicht. Bei vielen Paaren fühlt sich das nicht stimmig an, dass der eine sagt „ja, du hast gerade eine Situation mit Kindern“ oder wenn beide beruflich stark eingebunden sind „ich kümmere mich um unsere ganzen privaten Sachen“ oder „du hast mehr Freizeit, du kannst mehr zum Sport gehen, mir fehlt Zeit für mich selber“, „ich wünsche mir zum Beispiel Unterstützung im Haushalt“ oder was auch immer. Und dann entsteht Ungleichgewicht. Leider sprechen Paare da nicht so offen drüber und wenn, dann nur in Vorwürfen.

Unausgesprochene Erwartungen in der Beziehung

Und genau das ist jetzt bei unserem Fall hier auch eingetreten. Also wie du schon sagtest, dieses Ungleichgewicht von Geben und Nehmen. Das einer sich im Nachteil fühlt. Meistens fühlt sich auch der andere in anderen Anteilen sogar auch im Nachteil. Das betrifft meistens beide. Die Grundlage sind häufig unausgesprochene Erwartungen. Einer von beiden hat Erwartungen, spricht die aber nicht außen offen aus. Und dann ist immer die Frage: „Wie soll der andere Erwartungen, die nicht ausgesprochen worden sind, erfüllen?“ Also dafür ist Offenheit ganz wichtig, Aussprechen was ist und dann funktioniert das.

In diesen Momenten gerät das Beziehungsgleichgewicht häufig ins Wanken

Ein sehr häufiger Punkt, wo Gleichgewicht von Geben und Nehmen ins Wanken gerät oder sich stark verändert und man wirklich viel kommunizieren muss, damit das gut funktioniert, ist wenn das erste Kind dazukommt. Dann verändert sich einfach so wahnsinnig viel in den verschiedenen Lebenssituationen. Vorher war das vielleicht noch geradlinig, beide haben Vollzeit gearbeitet, haben sich den Haushalt vielleicht 50/50 geteilt, andere Sachen, das ging so einfach das alles zu teilen. Und jetzt wird es auf einmal schwieriger, das Leben zu teilen, weil man zu dritt ist. Oder auch, wenn zum Beispiel eine Lebenssituation sich geändert hat. Wenn einer beruflich zum Beispiel eine Phase hat, wo er deutlich mehr sich da investieren muss, aber es wurde nicht über die Konsequenzen gesprochen. Also was heißt das, wenn derjenige auf einmal weniger Zeit hat, was sind die Konsequenzen daraus? Dann entsteht oftmals so ein ungutes Gefühl und das kommt häufig gerne so in Rundumschlägen bei Streitigkeiten hervor. Wenn dann über ein Thema gestritten wird und - das kennt ihr vielleicht auch - dann schwingt das immer noch so mit. So dass es zum Schluss häufig bei Paaren darum geht: Wer macht was? Oder denn so Wörter kommen wie „du machst nie“, „ich mach immer“. 

Die Gewissheit: Mia und Max wollen die Beziehung retten

Zum Glück erfüllen hier Mia und Max eine ganz wichtige Voraussetzung: Beide sind sich ihrer Gefühle sicher und möchten unbedingt eine Lösung finden, um die Beziehung zu retten. Also das Gefühl, wann eine Beziehung gerettet werden muss, ist auch bei jedem ganz anders. Das kann von kleinen Themen sein, dass das schon sehr viel Leid erzeugt, und man das Gefühl hat, die Beziehung muss gerettet werden, bis hin zu dem Extrem, was wir im ersten Podcast hatten: Fremdgehen, Fremdverlieben, Affäre. Die Grundvoraussetzung, dass die Gefühle da sind und dass sich beide ihrer Gefühle sicher sind, hilft natürlich enorm dabei für die beiden eine Lösung zu finden.

Der Lösungsweg: So gelangen Mia und Max zu einer harmonischen Beziehung

Die beiden möchten ja zu einem harmonischen Alltag zurückfinden und der erste Schritt ist, dass wir die emotionalen Verletzungen, die zwischen beiden stattgefunden haben, auflösen. Denn häufig kommt es zu dem Ungleichgewicht von Geben und Nehmen, weil vorher vielleicht Zugehörigkeit oder Anerkennung, Wertschätzung und Respekt verletzt worden sind. Vielleicht hat in dem Fall, das haben wir sogar schon gesagt, dass Max bei Mia nicht anerkannt hat, dass sie so viel für den Haushalt macht und sich um die Kinder kümmert. Also sie wünscht sich einfach, dass sie gesehen wird und auch ein Stück weit Anerkennung und Dankbarkeit dafür bekommt, dass sie ihren Karriereweg verlassen hat, um letztendlich dann auch den Weg für Max freizumachen, aber auch letztendlich Zeit mit den Kindern zu verbringen. Wenn wenn Max das sehen kann, sich auch einfach für die Gefühle, die da entstanden sind, entschuldigen kann, dann lässt sich das sehr gut lösen, sodass die unguten Gefühle, es kein Ärger sein bei Mia, das kann Traurigkeit sein, dass das gelöst wird. Und Max einfach die Verantwortung dafür übernimmt, dass diese Gefühle bei Mia entstanden sind. Und dann lässt sich typischerweise das lösen, indem nämlich die beiden über ihre Erwartungen und Wünsche miteinander sprechen - frei von Verletzungen, die vorher gewesen sind. Dann lässt sich meistens so etwas auf Beziehungsebene und Sachebene wieder sehr gut klären, sodass sich klare Strukturen schaffen lassen, sodass letztendlich für beide eine stimmige und ausgewogene Work-Life-Balance geschaffen werden kann. Das beide einfach das Gefühl haben, das fühlt sich ganz gut an, was kann jeder in seinem Bereich ändern, wie kann man dem anderen Entgegenkommen, dass sich das einfach runder anfühlt.

Dankbarkeit und Anerkennung zeigen im Alltag: So geht's!

Manchmal ist es einfach ein: „Dankeschön, ich freu mich, dass das alles hier so gut aussieht und dass alles so gut klappt“. Das reicht alles schon aus, genauso wie sich vielleicht auch Max wünscht, dass Mia sagt: „Vielen Dank, dass du jeden Tag arbeiten gehst und aktuell den Großteil zum Einkommen beiträgt“ und „Ich weiß, dass du dadurch die Kinder weniger sehen kannst, vielen Dank, dass du diesen Teil übernimmst“. Das diese Selbstverständlichkeit dort herauskommt.

Beispiel 2: Zu wenig Paarzeit in der Beziehung

Schauen wir auf das zweite Paar. Wir haben sie wieder klassischerweise Jana und Jonas genannt. Und das dritte Paar wird Luisa und Lukas heißen, also wir haben sehr kreative Namen gewählt. Also, Jana und Jonas, genau. Beide verbringen sehr viel Zeit mit den Freunden und haben dadurch abends nur wenig Zeit füreinander. Sie haben das Gefühl, dass sie gar nichts vom anderen mitbekommen, also die Zugehörigkeit fehlt, erstes Systemgesetz. Jonas hat halt dann entdeckt, dass Jana dann mit anderen Männern Kontakt aufgebaut hat. Und wenn sie abends dann nochmal Zeit miteinander verbringen, dann bleiben natürlich harmonische Gespräche aus und es kommt dann zum Streit und in dem Streit bei den beiden häufig auch zu Beleidigungen. Eine Kommunikation, die auf jeden Fall weit weg ist von Wertschätzung und Respekt. Beide sind sich dadurch unsicher über ihre Gefühle und wissen nicht, was der richtige Weg ist und ob die Beziehung noch einen Sinn für sie hat. Diese Unsicherheit, die ist meistens gegeben, wenn es in der Beziehung auch schon zu Beleidigungen kommt. Also da ist immer für viele gefühlt eine weitere Schwelle überschritten. Und das ist gar nicht so selten, also ist auch häufig bei uns im Coaching ein Thema und das ist Menschen auch sehr unangenehm darüber zu sprechen, mit was für Wörtern sie sich beleidigen oder was für eine Wortwahl gewählt wird im Streit. So dass häufig auch die Frage im Raum steht: „Wenn wir uns doch lieben, warum beleidigen wir uns denn und warum sprechen wir so schlimm miteinander?“ 

Die verschiedenen Gefühlsebenen: Basisgefühl und Denkgefühl

Da ist häufig ganz wichtig erstmal mitzugeben dass wir verschiedene Gefühlsebenen haben und wenn aus unserem Basisgefühl - manche sagen auch Bauchgefühl dazu – Wut, Ärger Schmerz und Leid hochschießen ins Denkgefühl (das, was wir aktiv beeinflussen und bewusst beeinflussen können), dann überdeckt das häufig unser Denken und dann sprudeln aus uns manchmal Dinge raus, wo wir danach uns fragen, woher kam das und wie konnte das passieren und diese Sätze bereuen. Also das Denken setzt aus. Oder das Denken ist dann extrem von diesen negativen Gefühlen wie Wut und Ärger beeinflusst, die sich angestaut haben häufig. Also häufig in der Beziehung, in der man sich gerade befindet, aber auch teils aus vorherigen Beziehungen, ähnlichen Erfahrungen, wo dann die Wut hochkommt. 

Der Lösungsweg: So können Jana und Jonas Klarheit über die Zukunft erhalten

Was ist jetzt unsere Lösung für Jana und Jonas? Ja, bei Jana und Jonas ist das unsicher, ob die Beziehung gerettet werden kann, da sich beide unsicher über ihre Gefühle sind. Das heißt, für beide wäre das Ziel in einem Coaching dann zum Beispiel erstmal Klarheit über die eigenen Gefühle zu gewinnen. Warum ist man eigentlich zusammen? Was verbindet die beiden auch? Das Ding ist, das wenn man emotionale Verletzungen deckelt, dann führt das häufig dazu, dass man halt nicht nur die negativen Gefühle deckelt (wie Wut, Ärger, Leid Schmerz, Angst, Traurigkeit), sondern auch die guten Gefühle unter dem Deckel verschwinden, gerade wenn man die Herzseite wegdeckelt. Und das bedeutet, dass damit auch die Liebe nicht mehr zum Vorschein kommt und man sich gar nicht mehr sicher ist, ob man den anderen noch liebt. Das gilt es herauszufinden, wenn man die Decke löst. Ist auf der Liebe einen Deckel drauf gewesen und die Liebe kann wieder voll da sein, wenn die Verletzungen gelöst sind? Oder aber, ist auch die Liebe gar nicht mehr, war da gar kein Deckel drauf? Das kann man leider erst herausfinden, wenn die emotionalen Verletzungen gelöst sind und der Deckel nicht mehr da ist. Dann kann man das sehen, ob noch ausreichend Liebe da ist und ob auch das Vertrauen wieder aufgebaut werden kann. Also diese Klarheit brauchen wir und dann können wir bei Jana und Jonas herausfinden, ob das für beide noch passt und ob die Gefühle zurückkehren, oder ob beide oder auch nur einer von beiden sagt: „Tut mir leid, ich freue mich, dass wir unsere Verletzungen gelöst haben. Das führt dazu, dass wir jetzt hier nicht im großen Streit und im Rosenkrieg auseinandergehen, sondern wir können hier sachlich jetzt klären, wie die Trennung stattfindet. Aber es ist wird leider eine Trennung werden.“ Also beides ist dann möglich. 

Die meistgestellte Frage zu Beginn eines Coachings: Kann man die Beziehung retten?

Deswegen ist die Frage, die uns viele am Anfang auch gern beim Kennenlerngespräch stellen, wir die Problematik so ein bisschen umrissen worden ist, ob man das noch retten kann. Könnt ihr uns helfen? Hat es noch einen Sinn? Das können wir natürlich nach 20-30 Minuten gar nicht sagen, weil da kommt wieder der Satz: Es kommt darauf an. Es kommt auf viele Faktoren einfach an, die man nicht nach 20-30 Minuten komplett analysieren kann und das ist so ein typischer Fall. Die Emotionen und die Menschen sind dafür einfach zu individuell. Wir haben die letzten Jahre eurer Beziehung nicht miterlebt und stecken da nicht drin. Wir wissen nicht, was bei euch stattgefunden hat, wie eure Prägungen sind und können das auch nicht nachempfinden, weil wir halt eine andere Prägung haben. Wir können euch nur durch den Prozess führen und euch zeigen, wie ihr selbst zu der Lösung für euch kommt.

Beispiel 3: Gefühle weg und keine gemeinsame Zukunft in Sicht

Das letzte Paar: Luisa und Lukas. Sie wissen nicht, ob es für sie noch eine Chance gibt. Lukas denkt schon etwas länger über eine Trennung nach. Und was ist vorgefallen? Lukas hat Luisa während der Beziehung schon mehrmals mit anderen Frauen betrogen und die Situation zwischen beiden wurde nie richtig geklärt. Also es kam hier wieder zu dem Verzeihen: „ich verzeih‘ dir und wir lassen Gras drüber wachsen, sprechen nicht mehr drüber“. Aber das funktioniert halt ganz häufig nicht. Deswegen gerät Luisa in ein bestimmtes Verhalten. Sie verhält sich Lukas gegenüber unfair, fängt an ihn zu beschimpfen und schätzt halt seinen Versuch, die ganze Situation zu entschärfen, überhaupt nicht. Beide haben sich vor wenigen Wochen eine Auszeit genommen, also sind jeweils für eine Woche zu ihren Familien gefahren. Und als sie wieder aufeinander trafen, hat sich die Situation nicht verändert. 

Räumliche Trennung: Macht das wirklich Sinn?

Das ist auch unsere Erfahrung, auch eine Frage häufig an uns: „Wäre es jetzt gut in der aktuellen Krisensituation, eine räumliche Trennung vorzunehmen?“ Bei dieser Frage muss man überlegen, was soll diese räumliche Trennung bringen? Man trennt sich räumlich, man sieht sich nicht, es ist so ein bisschen wie Waffenstille untereinander. Aber man trifft natürlich irgendwann wieder aufeinander und es ist bis dahin ja nichts passiert. Also emotional sind wir vielleicht ein bisschen runtergefahren, aber unserer Erfahrung nach kommen diese Emotionen auch sehr schnell, wenn man den anderen sieht, wieder hoch. Man hat sich einfach räumlich getrennt und die Problematik aufgeschoben. Da diese Frage bezüglich der Auszeit so wichtig ist und so viele Paare immer vor dieser Frage stehen, wird das unser Thema im nächsten Podcast sein, ob eine Auszeit die Beziehung retten kann. Da gehen wir nochmal im Detail in der nächsten Folge drauf ein.

Nach der Auszeit ist keine Besserung in Sicht: Wie geht es nun weiter?

Wie du schon geschrieben hast, die Auszeit hier alleine hilft nicht. Also die Auszeit löst ja nichts, außer vielleicht die aktuell angespannte, hochgekochten Situation wird ein bisschen entspannter und ruhiger. Aber die Grundproblematik bleibt. Was passiert bei den beiden? Die Gefühle nehmen immer weiter ab, auch während der Auszeit spüren die beiden, dass die beiden sich entfernen voneinander, sich nicht vermissen, dass das jetzt nicht die Sehnsucht nach dem anderen entsteht und Lukas über die Trennung intensiver nachdenkt und immer weniger noch einen Sinn in der Beziehung sieht. Auch wenn hier die Deckel und die emotionalen Verletzungen gelöst werden, ist es dann häufig so, wenn jemand schon so klar im Bereich der Trennung Gedanken sich macht und eigentlich das als guten Ausweg sieht, dann ist unsere Erfahrung, dass derjenige meist nicht mehr offen dafür ist, eine Paartherapie oder ein Coaching durchzuführen.

Der Lösungsweg: Einzelcoaching, um Ursachen sowie emotionale Verletzungen zu lösen

In diesem Fall ist das Ausschlusskriterium, warum das mit Luisa und Lukas nicht mehr geklappt hat, dass Lukas kein Einzelcoaching machen möchte, um herauszufinden, warum er mehrmals schon die Luisa mit anderen Frauen betrogen hat. Wir haben herausgefunden, dass er das auch schon in vorherigen Beziehungen gemacht hat, also dass das ein Muster ist, was nicht nur die Luisa betrifft, sondern was der Lukas halt generell in Beziehung hat. Er möchte da nicht auf Suche der Ursache gehen, ist nicht bereit in ein Einzelcoaching zu gehen, so dass wir einfach dieses Thema, diese Prägung, die da zugrunde liegt, mit ihm nicht lösen können. Was einfach dazu führt, selbst wenn Lukas sagen würde, er wolle mit Luisa zusammenbleiben, dass es einfach unfassbar schwer werden würde für Luisa nochmal wieder Vertrauen aufzubauen, weil die Ursache nicht gelöst ist. Klar, wie soll sie darauf vertrauen, wenn nichts passiert ist.

Trennungscoaching: Was tun, wenn Kinder mit im Spiel sind?

Bei diesem Fall, die beiden haben jetzt zum Beispiel keine Kinder. Wenn jetzt aber hier Kinder noch dabei wären, wäre eine Variante noch ein Trennungscoaching, das haben wir auch ab und zu. Das es darum geht, natürlich als Liebespaar getrennt zu sein, aber ein Elternpaar wird man ja sein Leben lang bleiben. Eltern zu sein ist eine sehr große Herausforderung, besonders wenn man getrennte Wege geht. Damit man seine Verletzungen, die in der Liebesbeziehung entstanden sind, nicht mit in das Familienleben trägt, weil man dann noch die Verletzung in sich hat, den Partner durch eine bestimmte Brille sieht, also einen bestimmten Filter auf dem Partner aufgebaut hat, und das auch in Absprachen, die die Kinder betreffen, sonst immer wieder zum Ausdruck kommt, ist es sehr hilfreich in einem Trennungscoaching zu gehen und da auch dann direkt die Sachen und Entscheidungen zu besprechen, die in nächster direkter Zeit auch für die Kinder wichtig sind. 

Ausblick auf die kommende Podcast-Folge

Ihr merkt, wir haben viel zu den Themen zu berichten, die 18 Minuten verfliegen für uns immer wahnsinnig schnell, die wir uns vorgenommen haben für den Podcast. Wir werden im nächsten Podcast uns das Thema „Auszeiten“ genauer ansehen und die Frage klären, ob eine Auszeit einer Beziehung hilft, wann eine Auszeit hilft und wie sie genau hilft. Wir hoffen auch hier wieder, dass ihr in diesem Podcast für euch spannende Impulse und Gedanken mitnehmen konntet und euch das ein stückweit weiterhilft auf eurem Weg zu einer glücklichen Beziehung. Wenn ihr Fragen habt, schreibt uns sehr gerne. Wenn ihr zu einzelnen Punkten noch mehr Details euch wünscht, freuen wir uns auf eure Anfrage. Und natürlich freuen wir uns immer über Feedback, für uns ist das auch ein bisschen Neuland mit dem Podcast und da freuen wir uns natürlich, wenn wir eine Rückmeldung bekommen. Vielen dank, dass du zugehört hast! Wir hören uns nächste Woche im nächsten Podcast wieder. Bis bald!

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